Vom Problem zur Kampagne

Was willst du eigentlich erreichen?

Genau hier entscheidet sich, welche Kampagnenart überhaupt Sinn ergibt. Statt mit „Search oder Performance Max?“ zu beginnen, ordne zuerst deine Ausgangslage ein.

Problem 1 · Leads

Menschen suchen bereits aktiv nach deiner Leistung

Beispiele: „Steuerberater E-Commerce Hannover“, „Dachdecker Notdienst“, „CRM Beratung Mittelstand“. Die Nachfrage ist schon da – du musst sie nicht erst erzeugen.

Erste Wahl Search, weil Suchanfrage und Angebot direkt zusammenpassen können.
Später ergänzen Demand Gen oder Performance Max, wenn Tracking und Datenbasis stimmen.
Nicht zuerst Shopping, wenn du keine physischen Produkte verkaufst.
Problem 2 · Onlineshop

Du willst konkrete Produkte verkaufen

Dann sind deine Produktdaten zentral. Merchant Center, Preis, Verfügbarkeit, Bilder und Produktkennzeichnungen sind nicht nur Technik – sie beeinflussen, was Google überhaupt bewerben kann.

Erste Prüfung Shopping oder Performance Max mit Merchant-Center-Feed.
Zusätzlich Search für Marken-, Kategorie- und besonders kaufnahe Suchanfragen.
Vor Ads Produktfeed und kostenlose Produkteinträge sauber einrichten.
Problem 3 · Keine klare Nachfrage

Dein Angebot muss man erst sehen oder verstehen

Ein neues Produkt, eine unbekannte Marke oder ein erklärungsbedürftiges Angebot kann ein Search-Problem haben: Niemand sucht nach etwas, das er noch nicht kennt. Existiert aber bereits Nachfrage nach der Produktkategorie, kann Search trotzdem funktionieren.

Erste Prüfung Demand Gen mit starken Bildern oder Videos und passender Zielgruppe.
Zusätzlich Search auf vorhandene Kategorie- oder Problemlösungssuchen.
Fehler Nur auf den eigenen Produktnamen bieten, obwohl noch niemand danach sucht.
Problem 4 · Wiederansprache

Besucher waren schon da, haben aber noch nicht gekauft

Remarketing ist kein eigener Google-Ads-Kampagnentyp. Es ist eine Zielgruppenstrategie, die du je nach Setup beispielsweise in Demand Gen einsetzen kannst. Performance Max kann eigene Daten ebenfalls als Signale nutzen, ist aber keine reine Remarketing-Kampagne.

Prüfen Demand Gen mit eigenen Zielgruppensegmenten und passenden Creatives.
Wichtig Nicht jeden früheren Besucher gleich behandeln: Warenkorb, Produktansicht und Bestandskunde haben unterschiedliche Absichten.
Problem 5 · Reichweite

Du willst Bekanntheit, Videoaufrufe oder visuelle Aufmerksamkeit

Dann ist eine reine Search-Logik häufig zu eng. Video- und Demand-Gen-Kampagnen erreichen Menschen auf visuellen Google-Flächen, auch wenn sie noch nicht aktiv nach dir suchen.

Videoziel Videokampagnen für Reichweite oder Videoaufrufe.
Performanceziel Demand Gen, wenn aus visueller Ansprache konkrete Aktionen entstehen sollen.
Problem 6 · App

Dein eigentliches Produkt ist eine App

Dann sind App-Kampagnen der Spezialfall für Installationen, Vorregistrierungen oder die erneute Aktivierung bestehender App-Nutzer. Für einen normalen Onlineshop oder Dienstleister ist dieser Kampagnentyp kein Thema.

Erste Wahl App-Kampagne passend zu Installations- oder Engagement-Ziel.
Voraussetzung Sauberes App-Tracking und die technisch passenden App-Ziele.
Google Ads Kampagnentypen im Überblick: Search, Shopping und Performance Max, Demand Gen, Video und App-Kampagnen nach Ziel und Geschäftsmodell einordnen

Die wichtigsten Google-Ads-Kampagnentypen auf einen Blick – passend zu Ziel, Geschäftsmodell und Ausgangssituation.

Entscheidungsbaum

So kommst du Schritt für Schritt zum passenden Kampagnentyp

Gehe die Fragen in dieser Reihenfolge durch. Du musst nicht an jeder Station eine neue Kampagne eröffnen – die Fragen helfen dir nur, die erste sinnvolle Richtung zu finden.

01

Verkaufst du physische Produkte?

Ja: Prüfe zuerst Merchant Center, Produktdaten und anschließend Shopping bzw. Performance Max mit Produktfeed. Nein: weiter zu Frage 2.

02

Gibt es bereits konkrete Suchnachfrage?

Ja: Search ist häufig der logischste erste Test. Nein oder kaum: weiter zu Frage 3.

03

Muss dein Angebot erst visuell erklärt oder entdeckt werden?

Ja: Demand Gen oder Video prüfen. Besonders relevant bei neuen, visuellen oder erklärungsbedürftigen Angeboten.

04

Hast du saubere Conversion-Daten und ein klares wirtschaftliches Ziel?

Ja: Performance Max kann als zusätzliche, kanalübergreifende Kampagne sinnvoll werden. Nein: erst Tracking und Conversion-Ziele bereinigen.

05

Willst du nur vorhandene Besucher wieder ansprechen?

Dann denk nicht in einem eigenen „Remarketing-Kampagnentyp“. Entscheide, über welche Kampagne und welche eigenen Daten du diese Zielgruppe sinnvoll wieder erreichst.

Nach Geschäftsmodell

Was passt typischerweise zu deinem Business?

Das ist keine starre Regel, aber eine deutlich bessere Ausgangsbasis als „Google empfiehlt mir gerade Kampagne X“.

Geschäftsmodell Oft sinnvoller Start Mögliche Ergänzung Eher nicht zuerst Warum?
Lokaler Dienstleister Search Demand Gen, später PMax Shopping Lokale Suchanfragen haben häufig klare Absicht; visuelle Nachfrage kann später ergänzen.
B2B-Dienstleister Search bei vorhandener Nachfrage Demand Gen / PMax nach Datenbasis breite visuelle Kampagnen ohne Ziel Leadqualität ist wichtiger als möglichst viele billige Klicks.
Onlineshop Shopping oder PMax mit Merchant Center Search, Demand Gen Ads starten, bevor der Feed sauber ist Produktdaten bestimmen bei Shopping wesentlich mit, was Google ausspielen kann.
Neues/unbekanntes Produkt Demand Gen Search auf Problem-/Kategoriebegriffe nur Brand Search Wenn niemand die Marke kennt, gibt es zunächst kaum Markensuchvolumen.
Digitales Produkt Search oder Demand Gen – je nach Nachfrage PMax bei sauberem Tracking Shopping ohne geeignete physische Produkte Entscheidend ist, ob Nutzer schon suchen oder erst überzeugt werden müssen.
App App-Kampagne Search je nach Bedarf Shopping Installationen und In-App-Aktionen brauchen app-spezifische Kampagnenlogik.
Nicht entweder/oder

Welche Kampagnentypen sinnvoll zusammenarbeiten können

Mehrere Kampagnen sind dann sinnvoll, wenn sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Nicht, wenn du einfach dasselbe Ziel fünfmal mit kleinen Budgets parallel startest.

Search + Demand Gen

Demand Gen erzeugt Aufmerksamkeit und Interesse. Search fängt später konkrete Suchanfragen nach Marke, Kategorie oder Lösung ab.

Sinnvoll, wenn du sowohl Nachfrage aufbauen als auch aktive Nachfrage abschöpfen möchtest.

Shopping + Search

Shopping bringt konkrete Produkte mit Bild und Preis in die Ausspielung. Search kann zusätzliche Suchintentionen rund um Marken, Kategorien oder beratungsintensive Themen abdecken.

Sinnvoll für Shops, die Produktfeed und Suchintention getrennt steuern möchten.

Performance Max + Search

Search kann dir gezielte Keyword- und Suchbegriffssteuerung geben. PMax kann zusätzliche Conversion-Chancen über Googles Kanäle erschließen.

Wichtig: Ziele, Markensteuerung und Suchüberschneidungen bewusst beobachten statt beide Kampagnen blind parallel laufen zu lassen.

Demand Gen + Performance Max

Demand Gen kann stärker auf visuelle Zielgruppenansprache und Creative-Tests ausgerichtet werden, während PMax kanalübergreifend auf Conversion-Ziele optimiert.

Erst sinnvoll, wenn Budget und Datenbasis nicht so dünn sind, dass beide Kampagnen gegeneinander um wenige Signale kämpfen.
Budget-Regel für Anfänger: Wenn du beispielsweise nur 30 € Tagesbudget hast, verteile es nicht automatisch auf Search, Demand Gen und Performance Max. Teste zuerst eine klare Hypothese mit genug Budget, damit du überhaupt etwas lernen kannst.
Wann eher nicht?

Diese Kampagnentypen solltest du nicht nur deshalb starten, weil Google sie anbietet

Performance Max ohne sauberes Tracking

Wenn dein Konto falsche oder schwache Conversions als Erfolg wertet, kann die Automatisierung genau diese Signale verstärken.

Search ohne echte Suchnachfrage

Wenn kaum jemand nach deinem Problem, deiner Kategorie oder deinem Produkt sucht, kann Search allein dein Nachfrageproblem nicht lösen.

Demand Gen ohne gute Creatives

Eine visuelle Kampagne braucht eine Botschaft, die im Feed Aufmerksamkeit erzeugt. Ein mittelmäßiges Bild wird nicht durch den Kampagnentyp gerettet.

Shopping mit schlechtem Feed

Falsche Preise, Verfügbarkeiten oder Produktkennzeichnungen sind keine Kleinigkeit. Bereinige erst die Datenbasis.

Display nach altem Tutorial

Google führt klassische Displaykampagnen in Demand Gen über. Prüfe deinen aktuellen Account statt einen veralteten Ablauf nachzubauen.

Fünf Typen mit Mini-Budget

Viele Kampagnen erzeugen nicht automatisch mehr Erkenntnisse. Zu kleine Datenmengen machen die Bewertung oft schwieriger.

Für Onlineshops besonders wichtig

Bevor du Shopping oder Performance Max mit Produkten startest

Bei Shopping-Anzeigen entscheidet Google nicht über klassische Keywords, sondern nutzt deine Merchant-Center-Produktdaten, um relevante Produkte zu Suchanfragen und anderen passenden Ausspielungen zuzuordnen. Deshalb ist der Produktfeed ein Teil deiner Werbestrategie – nicht nur ein technischer Pflichtschritt.

Praxiswarnung: Bezahlte Reichweite behebt keinen schlechten Produktfeed

Wenn Produktdaten falsch, unvollständig oder nicht aktuell sind, solltest du nicht einfach mehr Budget auf Shopping oder Performance Max geben. Erst Feed, Freigaben, Preise und Verfügbarkeit sauber bekommen – dann skalieren.

Erst jetzt: die Begriffe

Die Kampagnentypen kompakt erklärt

Wenn du deine Situation oben eingeordnet hast, reichen diese Kurzdefinitionen zur Orientierung.

Search

Keyword-basierte Suchkampagnen für aktive Nachfrage. Suchbegriffe und Landingpage sind zentrale Stellschrauben.

Performance Max

Zielbasierte, stark automatisierte Kampagnen über Googles Kanäle und Inventar, optimiert auf deine Conversion-Ziele.

Demand Gen

Visuelle Kampagnen über YouTube einschließlich Shorts, Discover, Gmail, Maps und Google Displaynetzwerk mit stärkerem Fokus auf Creatives und Zielgruppen.

Shopping

Produktanzeigen auf Basis deiner Merchant-Center-Daten. Produktfeed statt klassischer Keyword-Steuerung.

Video

Für Reichweite, Videoaufrufe und bestimmte Videoziele. Alte Video-Action-Kampagnen wurden in Demand Gen überführt.

Display

Bestehende Displaykampagnen gibt es noch; Google führt Displayanzeigen schrittweise in Demand Gen über.

App

Spezialkampagnen für App-Installationen, Vorregistrierungen oder erneute App-Nutzung.

Smarte Kampagnen

Vereinfachter Kampagnentyp im Smart-Modus mit weniger manueller Steuerung als im vollständigen Google-Ads-Modus.

Aktuell wichtig

Display wandert zu Demand Gen – was bedeutet das für dich?

Google hat die Umstellung klassischer Google-Displayanzeigen auf das Google Displaynetzwerk innerhalb von Demand Gen begonnen.

Was du jetzt wissen musst

Seit Juni 2026 wird das Migrationstool schrittweise für berechtigte Werbetreibende ausgerollt. Bestehende Displaykampagnen können weiterhin verwaltet werden, bis sie umgestellt werden. Google hat angekündigt, dass neue Displaykampagnen später nur noch innerhalb von Demand Gen erstellt werden und verbleibende geeignete Kampagnen anschließend automatisch migriert werden.

Für neue Strategien heißt das: Plane nicht mehr mit einem alten „Display vs. Demand Gen“-Weltbild. Prüfe Demand Gen inklusive Google Displaynetzwerk als aktuelle visuelle Kampagnenlogik.

FAQ

Häufige Fragen zur Wahl des Google-Ads-Kampagnentyps

Welcher Google-Ads-Kampagnentyp ist für Anfänger am besten?

Es gibt keinen pauschal besten Typ. Wenn bereits konkrete Suchnachfrage vorhanden ist, lässt sich eine begrenzte Search-Kampagne oft gut nachvollziehen. Für einen Onlineshop, ein visuell erklärungsbedürftiges Produkt oder eine App kann die richtige erste Wahl aber eine andere sein.

Soll ich Search oder Performance Max zuerst nutzen?

Bei klarer Suchnachfrage und dem Wunsch nach nachvollziehbarer Keyword-Steuerung ist Search häufig ein sinnvoller erster Test. Performance Max wird interessanter, wenn saubere Conversion-Ziele, gute Assets und ausreichend Daten vorhanden sind und du kanalübergreifend optimieren möchtest.

Ist Remarketing ein eigener Kampagnentyp?

Nein. Remarketing beziehungsweise Wiederansprache ist eine Zielgruppenstrategie. Welche Kampagne du dafür verwendest, hängt von deinem Ziel, deinen eigenen Daten und den verfügbaren Zielgruppenfunktionen ab.

Was ist der Unterschied zwischen Shopping und Performance Max mit Produktfeed?

Beide können Merchant-Center-Produktdaten nutzen. Shopping ist stärker auf Produktanzeigen ausgerichtet, während Performance Max kanalübergreifend auf deine Conversion-Ziele optimiert und weitere Google-Kanäle einbeziehen kann.

Gibt es Displaykampagnen noch?

Bestehende Displaykampagnen können weiterhin vorhanden und bearbeitbar sein. Google führt Displayanzeigen jedoch in Demand Gen über. Seit Juni 2026 wird ein Migrationstool ausgerollt; später sollen neue Displaykampagnen nur noch innerhalb von Demand Gen erstellt werden.

Kann ich mehrere Kampagnentypen gleichzeitig einsetzen?

Ja, wenn jeder Typ eine klare Aufgabe übernimmt und Budget sowie Datenmenge ausreichen. Mehr Kampagnen sind nicht automatisch besser. Besonders bei kleinem Budget ist ein klarer erster Test oft aussagekräftiger.

Weitere Ratgeber zur Online-Werbung

Google Ads und Online-Werbung weiter vertiefen. Alle 47 Ratgeber im Überblick.

Öffne den Themenbereich, der zu deiner nächsten Frage passt. Die aktuelle Seite ist gelb markiert. So kannst du von den Grundlagen über Kampagnenaufbau, Tracking und Optimierung bis zu Zielgruppen, Performance Max, Demand Gen und weiteren Werbeplattformen weitergehen.

01

Grundlagen & Einstieg

02

Search & Kampagnenaufbau

03

Budget, Gebote & Tracking

04

Qualität, Auswertung & Optimierung

05

Zielgruppen & Insider-Wissen

06

Performance Max & Demand Gen

07

Weitere Werbeplattformen

08

Native Advertising & Open Internet

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