Die Anweisung, die du ChatGPT gibst
Beispiel: „Vergleiche meine aktiven Kampagnen der letzten 30 Tage nach Ausgaben, Klicks und Conversions.“ Genau um diese Art von Prompt geht es auf dieser Seite.
ChatGPT Ads · Prompts
Ein guter Prompt ist keine Zauberformel. Er ist eine möglichst klare Arbeitsanweisung an ChatGPT: Was soll untersucht oder erstellt werden, auf welcher Grundlage, für welchen Zeitraum und welches Ergebnis brauchst du?
Auf dieser Seite bekommst du deshalb nicht nur fertige Beispiel-Prompts. Du lernst, wie du sie so aufbaust, dass ChatGPT bei Strategie, Kampagnenstruktur, Anzeigen, Analyse und Fehlersuche tatsächlich brauchbare Ergebnisse liefert – mit und ohne verbundenes Ads Manager Plugin.
Von Luisa Luer – Digital Marketing Expertin seit 2014
Erst die Begriffe auseinanderhalten
Gerade in englischen Fachartikeln und Werbe-Communities wird das Wort „Prompt“ oft für unterschiedliche Dinge benutzt. Wenn du diese drei Bedeutungen vermischst, wird schnell unklar, ob gerade deine Arbeitsanweisung, die Unterhaltung eines Nutzers oder das Relevanzsignal einer Anzeigengruppe gemeint ist.
Beispiel: „Vergleiche meine aktiven Kampagnen der letzten 30 Tage nach Ausgaben, Klicks und Conversions.“ Genau um diese Art von Prompt geht es auf dieser Seite.
Das kann beispielsweise „Welche Buchhaltungssoftware eignet sich für einen kleinen Onlineshop?“ sein. Die laufende Unterhaltung ist ein Teil des Umfelds, in dem ChatGPT die Relevanz einer Anzeige beurteilt.
Context Hints beschreiben dein Angebot, passende Bedürfnisse oder Situationen. Sie sind keine Suchbegriffe und keine Befehle wie „zeige meine Anzeige bei diesem Satz“. Dazu gibt es die eigene Anleitung „Context Hints richtig formulieren“.
Mit und ohne Plugin arbeiten
ChatGPT kann dir schon ohne Kontoverbindung bei Strategie, Texten, Varianten, Checklisten oder der Interpretation von Daten helfen, die du selbst bereitstellst. Mit dem offiziellen Ads Manager Plugin kann ChatGPT zusätzlich auf die Werbekonten zugreifen, für die dein verbundener Nutzer berechtigt ist, und dort unterstützte Daten lesen oder bestätigte Änderungen ausführen.
Du kannst dein Angebot, Ziel, Kundensituation und vorhandene Daten beschreiben und daraus Kampagnenideen, Anzeigenvarianten oder Auswertungsfragen entwickeln lassen. ChatGPT sieht dabei dein Werbekonto nicht automatisch.
Du kannst nach Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen fragen, Zeiträume vergleichen, Ergebnisse untersuchen und Auslieferungsprobleme prüfen lassen. OpenAI empfiehlt für präzisere Ergebnisse insbesondere Konto- oder Kampagnenname und Zeitraum zu nennen.
Unterstützte Änderungen können per normaler Sprache vorbereitet werden. Vor einer Schreibaktion zeigt das Plugin die geplanten Werte und verlangt deine Bestätigung. Die Verbindung selbst erkläre ich auf „Ads Manager Plugin verbinden“.
Eine einfache Prompt-Struktur
Du musst keinen komplizierten Prompt auswendig lernen. Für Werbeaufgaben reichen meist sechs Bausteine. Je wichtiger die Entscheidung, desto mehr davon solltest du ausdrücklich nennen.
Was soll ChatGPT konkret tun: planen, vergleichen, entwerfen, prüfen oder verändern?
Welches Angebot, Werbekonto, welche Kampagne oder welche Anzeige ist gemeint?
Welche Produktinformationen, Kundensituationen, Landingpage – also die Seite, auf der jemand nach dem Klick landet – oder Kontodaten soll ChatGPT verwenden?
Bei Analysen immer angeben, welche Tage oder Wochen verglichen werden sollen.
Zum Beispiel: nichts ändern, keine Fakten erfinden, nur belegte Daten verwenden oder Budget nicht anfassen.
Sag, was du am Ende brauchst: drei Prioritäten, fünf Varianten, eine Tabelle oder einen konkreten nächsten Schritt.
Schlechter Prompt vs. brauchbarer Prompt
„Optimiere meine ChatGPT Ads.“
Hier fehlen Konto, Kampagne, Zeitraum, Ziel und die Frage, ob nur analysiert oder tatsächlich etwas verändert werden soll.
„Analysiere im Werbekonto [Name] die aktiven Kampagnen der letzten 30 vollständig abgeschlossenen Tage. Vergleiche Ausgaben, Klicks, Klickrate (CTR), durchschnittliche Klickkosten (CPC) und Conversions. Nenne zuerst die drei größten Auffälligkeiten und die Daten, auf denen du sie begründest. Ändere noch nichts.“
Jetzt ist klar, welche Daten genutzt werden sollen, was priorisiert wird und dass die erste Runde nur eine Analyse ist.
Vor der ersten Kampagne
OpenAI strukturiert ChatGPT Ads in Kampagne, Anzeigengruppe und Anzeige. Die Kampagne trägt das übergeordnete Geschäftsziel und Budget. Anzeigengruppen bündeln ein gemeinsames Produkt, Thema oder Kundenbedürfnis. Genau diese Logik sollte dein Planungs-Prompt vorbereiten.
Gut, wenn du noch nicht sicher bist, ob ein Angebot überhaupt eine eigene Kampagne verdient.
„Ich möchte [Angebot] mit ChatGPT Ads bewerben. Das Angebot kostet [Preis], richtet sich an [Kundengruppe] und löst [Problem]. Stelle mir zuerst die fünf wichtigsten Fragen, die du noch brauchst, bevor du eine Kampagnenstruktur empfiehlst. Trenne Fakten, die ich dir gegeben habe, von Annahmen.“
Verhindert, dass völlig unterschiedliche Bedürfnisse in einer Anzeigengruppe landen.
„Entwirf für [Angebot] eine einfache ChatGPT-Ads-Struktur aus Kampagne, Anzeigengruppen und Anzeigen. Jede Anzeigengruppe soll genau ein gemeinsames Kundenbedürfnis oder einen klaren Anwendungsfall abdecken. Trenne Fälle, die unterschiedliche Botschaften oder Landingpages brauchen. Begründe jede Trennung.“
Context Hints mit ChatGPT vorbereiten
OpenAI empfiehlt für Context Hints klare, natürliche Sätze, die beschreiben, was dein Angebot bietet, wem es hilft oder wann es nützlich sein kann. Sie sollen einen echten Bedarf oder Anwendungsfall erklären und nicht als exakte Targeting-Regel formuliert werden.
„Formuliere für [Produkt] zehn mögliche Context Hints. Jeder Hinweis soll genau einen realistischen Bedarf, eine Situation oder ein relevantes Produktmerkmal beschreiben. Verwende natürliche Sätze statt Keyword-Listen. Erfinde keine Funktionen, Preise oder Einsatzbereiche, die ich nicht genannt habe.“
„Prüfe diese Context Hints auf Doppelungen und zu breite Aussagen. Gruppiere ähnliche Situationen. Markiere Hinweise, die eigentlich ein anderes Produkt, eine andere Landingpage oder eine andere Anzeigenbotschaft brauchen.“
OpenAI sagt ausdrücklich, dass Context Hints keine Keywords mit exakter Übereinstimmung sind und keine Auslieferung bei bestimmten Wörtern oder Gesprächen garantieren. Deshalb ist „zeige die Anzeige nur bei …“ die falsche Denkrichtung.
Wie viele Hinweise sinnvoll sind, wie du sie voneinander trennst und welche Formulierungen zu breit oder irreführend sind, behandle ich ausführlich auf „ChatGPT Ads Context Hints“.
Anzeigen mit Prompts entwickeln
OpenAI empfiehlt für ChatGPT Ads klare, konkrete und nutzenorientierte Texte. Titel und Beschreibung sollen sich ergänzen, nicht denselben Satz wiederholen. Außerdem sollen Varianten unterschiedliche Botschaften oder Perspektiven abdecken statt nur Wörter auszutauschen.
„Erstelle für [Angebot] sechs deutlich unterschiedliche Anzeigenansätze. Jeder Ansatz braucht einen anderen Nutzenwinkel, zum Beispiel Zeitersparnis, Fehlervermeidung, Einfachheit, Vergleichbarkeit, konkrete Funktion oder Risikoreduktion. Tausche nicht nur einzelne Wörter aus. Erfinde keine Vorteile, die nicht aus meinen Angaben hervorgehen.“
„Prüfe diese Anzeige darauf, ob Titel und Beschreibung unterschiedliche Informationen liefern. Der Titel soll den praktischen Nutzen sofort verständlich machen. Die Beschreibung soll einen zusätzlichen Grund liefern, warum das Angebot in dieser Situation hilfreich ist. Entferne allgemeine Werbephrasen.“
Für Zeichenlängen, Nutzenargumente und konkrete Textvarianten gibt es später die eigene Seite „ChatGPT Ads Anzeigentexte“.
Performance mit Prompts auswerten
OpenAI stellt im Ads Manager unter anderem Impressionen, Klicks, Ausgaben, Klickrate, durchschnittliche Klickkosten und Kosten pro 1.000 Impressionen bereit. Dabei bedeutet CTR „Click-Through-Rate“, also den Anteil der Einblendungen, die zu einem Klick führen. CPC steht für die durchschnittlichen Kosten pro Klick, CPM für die Kosten pro 1.000 Einblendungen. Wenn deine Conversion-Messung eingerichtet ist, siehst du außerdem Conversions – also festgelegte gewünschte Aktionen nach dem Anzeigenkontakt. Mit dem Plugin kannst du diese Werte in normaler Sprache vergleichen. Ohne Zeitraum verwendet das Plugin laut OpenAI standardmäßig die letzten sieben vollständig abgeschlossenen Tage in der Zeitzone des Werbekontos.
„Vergleiche meine aktiven Kampagnen der letzten 30 vollständig abgeschlossenen Tage. Sortiere nicht einfach nach Klickrate, sondern nenne zuerst Kampagnen mit hohen Ausgaben und schwachen Conversion-Ergebnissen. Zeige die wichtigsten Kennzahlen zu jeder Schlussfolgerung.“
„Vergleiche die letzten 30 abgeschlossenen Tage mit den 30 Tagen davor. Zeige pro Kampagne, welche Veränderungen bei Ausgaben, Klicks, durchschnittlichen Klickkosten und Conversions praktisch relevant sind. Kennzeichne, wenn die Datenmenge zu klein für eine belastbare Schlussfolgerung ist.“
„Vergleiche die Anzeigen in der Anzeigengruppe [Name] für [Zeitraum]. Zeige, welche Anzeigen genug Auslieferung für einen fairen Vergleich hatten und welche noch zu wenig Daten besitzen. Priorisiere Conversion-Ergebnisse vor bloßer Klickrate.“
„Prüfe die Ergebnisse bis einschließlich gestern. Berücksichtige, dass Ads-Manager-Daten und insbesondere Conversions verzögert einlaufen können. Trenne vorläufige Daten von vollständigeren abgeschlossenen Zeiträumen.“
Prompts zur Fehlersuche
OpenAIs eigene Troubleshooting-Dokumentation arbeitet mit konkreten Prüfungen: Verifizierung, Abrechnung, Kampagnenstatus, Datum, Budget, Anzeigenprüfung und Reporting-Zeitraum. Genau diese Logik solltest du auch im Prompt verlangen.
„Untersuche, warum die Kampagne [Name] keine oder kaum Impressionen erhält. Prüfe zuerst belegbare Kontodaten wie Verifizierung, Billing, Status, Start- und Enddatum, Budget, Anzeigenstatus und Review. Trenne anschließend klar zwischen bestätigten Blockern und möglichen Erklärungen.“
„Prüfe die Abweichung zwischen meiner Ads-Manager-Ansicht und [Analytics/CSV]. Vergleiche zuerst denselben Zeitraum, dieselbe Zeitzone, Filter und Kampagnenauswahl. Nenne danach mögliche technische Erklärungen, ohne fehlende Daten zu erfinden.“
„Analysiere diesen Ablehnungsgrund zusammen mit Anzeigentitel, Beschreibung und Landingpage. Zeige mir zuerst, welcher Teil der OpenAI-Werberichtlinie möglicherweise betroffen ist. Schlage danach eine sachliche Überarbeitung vor, ohne das Angebot irreführend abzuschwächen oder die Richtlinie zu umgehen.“
Ein Prompt kann dir eine Diagnose strukturieren, aber keine Prüfung oder Anzeigenrichtlinie außer Kraft setzen. Für die konkreten Kontoprüfungen gibt es später die Seiten „Keine Auslieferung“ und „Anzeige abgelehnt“.
Wenn das Plugin tatsächlich etwas ändern soll
Das offizielle Ads Manager Plugin unterscheidet zwischen Lesen und Schreiben. Analysen verändern dein Konto nicht. Beim Erstellen, Hochladen oder Ändern unterstützter Ressourcen zeigt das Plugin vorab die konkrete Aktion und verlangt eine Bestätigung. Diese Trennung kannst du zusätzlich im Prompt ausdrücklich festlegen.
„Analysiere [Kampagne] für [Zeitraum]. Ändere nichts.“ Damit bekommst du zuerst eine Bestandsaufnahme.
„Nenne maximal drei Änderungen und zeige zu jeder Empfehlung, welche Kontodaten sie stützen.“
„Bereite nur Änderung Nummer 1 vor. Zeige mir vorher aktuellen Wert, neuen Wert und betroffene Ressource.“
Kontrolliere Kampagne, Budget, Status, Text, Bild und Zielseite, bevor du die angezeigte Bestätigung erteilst.
Bei wichtigen Kampagnen ist es leichter nachzuvollziehen, was passiert, wenn du nicht Budget, Anzeigen und Struktur gleichzeitig umstellst.
Bitte danach um den gespeicherten Zustand oder kontrolliere die Änderung selbst im Ads Manager.
Prompt-Bibliothek
Die Platzhalter in eckigen Klammern ersetzt du durch deine Angaben. Die Vorlagen sind bewusst ausführlicher als typische Ein-Zeilen-Prompts, weil Werbeentscheidungen Kontext brauchen.
„Prüfe [Angebot] als mögliches ChatGPT-Ads-Angebot. Zielgruppe: [Beschreibung]. Preis: [Preis]. Landingpage: [URL oder Inhalt]. Zeige mir zuerst, welche Informationen noch fehlen. Danach nenne drei Gründe dafür und drei dagegen, dieses Angebot zuerst zu testen.“
„Mein Geschäftsziel ist [Ziel]. Erkläre mir für diesen Fall den Unterschied zwischen Reichweite/Aufrufen, Klicks und Conversion-Optimierung in einfacher Sprache. Empfiehl erst dann ein Kampagnenziel und nenne die Voraussetzung, die für diese Empfehlung erfüllt sein muss.“
„Teile [Angebot] in sinnvolle Anzeigengruppen auf. Jede Gruppe darf nur ein zusammenhängendes Kundenbedürfnis oder einen Anwendungsfall enthalten. Trenne Fälle, sobald eine andere Botschaft oder Landingpage sinnvoll wäre. Begründe die Struktur.“
„Erstelle für die Anzeigengruppe [Name] zwölf Context-Hint-Ideen als natürliche Sätze. Beschreibe reale Bedürfnisse, Situationen oder Produktmerkmale. Keine Keyword-Liste, keine Befehle zur Auslieferung und keine erfundenen Produkteigenschaften.“
„Entwickle für [Angebot] sechs unterschiedliche Anzeigenwinkel. Jeder Winkel soll einen anderen praktischen Nutzen oder Anwendungsfall behandeln. Schreibe noch keine finalen Anzeigen, sondern erkläre zuerst, welche Aussage jede Variante testen würde.“
„Schreibe zu diesen sechs Anzeigenwinkeln je einen Titel und eine Beschreibung. Titel und Beschreibung dürfen sich nicht wiederholen. Verwende klare, konkrete Sprache und nur Aussagen, die aus meinen Produktinformationen belegbar sind.“
„Vergleiche diese Anzeige mit meiner Landingpage. Prüfe, ob Nutzenversprechen, Preis, Produktumfang und Call-to-Action zusammenpassen. Markiere jede Aussage in der Anzeige, die auf der Landingpage nicht klar gestützt wird.“
„Vergleiche im Werbekonto [Name] die Kampagnen für [Zeitraum]. Priorisiere Ausgaben, Conversions und Kosten pro Ergebnis. Nutze Klickrate (CTR) und durchschnittliche Klickkosten (CPC) als Diagnosewerte, nicht automatisch als Erfolgsmaß. Nenne höchstens drei Maßnahmen und belege jede mit Kontodaten.“
„Prüfe die Anzeigen in [Anzeigengruppe] für [Zeitraum]. Markiere Varianten mit zu wenig Auslieferung separat. Vergleiche nur Anzeigen mit halbwegs vergleichbarer Datenbasis und erkläre, welche Aussage wir aus dem Test tatsächlich ableiten können.“
„Erstelle eine wöchentliche Review meiner aktiven Kampagnen. Prüfe Auslieferung, Ausgaben, Klicks, durchschnittliche Klickkosten, Conversions und auffällige Veränderungen. Liefere nur Empfehlungen, ändere nichts automatisch und nenne bei jeder Empfehlung die zugrunde liegenden Daten.“
Prompts ersetzen keine Daten
ChatGPT kann sehr überzeugend formulieren. Genau deshalb solltest du bei Werbung festlegen, welche Angaben als Fakten gelten und wo Unsicherheit kenntlich gemacht werden muss.
Lass keine Funktionen, Preise, Rabatte, Zertifikate oder Lieferzeiten ergänzen, die du nicht bereitgestellt hast.
Mit Plugin: Bitte bei Analysen ausdrücklich um die Kennzahlen, auf denen eine Empfehlung basiert.
Ohne klaren Zeitraum können verschiedene Auswertungen scheinbar widersprüchliche Ergebnisse liefern.
OpenAI weist darauf hin, dass insbesondere Conversion-Zuordnungen verzögert in der Oberfläche erscheinen können.
Eine Anzeige mit wenigen Impressionen oder Klicks sollte nicht so behandelt werden, als wäre ein Gewinner bereits bewiesen.
Leadqualität, Marge, Retouren oder Abschlussquote liegen häufig außerhalb des Ads Managers und müssen separat berücksichtigt werden.
Deutsche Praxiserfahrungen + internationale Tests
Die technischen Regeln bleiben bei OpenAI als Primärquelle. Für die praktische Arbeit mit Prompts sind zusätzlich Erfahrungen aus echten deutschen Werbekonten und deutschsprachigen Kampagnen hilfreich. Dabei trenne ich bewusst zwischen offiziellen Regeln und Beobachtungen einzelner Agenturen.
AMZ+ Consulting empfiehlt für Context Hints, nicht einfach Produktbegriffe in längere Sätze zu verwandeln. Stattdessen soll eine konkrete Situation beschrieben werden: Was löst die Suche nach Hilfe aus, welches eigentliche Bedürfnis steckt dahinter, welche Einschränkung gibt es und in welchem Kontext befindet sich die Person?
Als praktische Quellen für solche Situationen nennt AMZ+ unter anderem Rezensionen, Kundenanfragen und Retourengründe. Das ist für Prompts besonders nützlich: Gib ChatGPT echte Kundensprache als Ausgangsmaterial, statt die KI Situationen frei erfinden zu lassen.
Wichtig: Die Empfehlung, drei bis fünf deutlich unterschiedliche Situationen pro Produkt zu testen, ist eine Praxiserfahrung von AMZ+ und keine offizielle Vorgabe von OpenAI.
AMZ+ Beitrag zu Context Hints ansehen ↗haimle dokumentiert ein eigenes deutsches Ads-Manager-Konto und beschreibt ebenfalls, dass ChatGPT Ads nicht wie klassische Keyword-Kampagnen aufgebaut werden. Auf Anzeigengruppenebene werden Gesprächssituationen beziehungsweise Context Hints hinterlegt.
Für Deutschland ist diese Beobachtung besonders interessant, weil die Auslieferung im EWR zunächst kontextuell erfolgt. Für deine Prompts bedeutet das: Formuliere nicht nur Produktmerkmale, sondern den konkreten Anlass, die Frage und das Problem, bei dem dein Angebot relevant werden soll.
haimle: Befunde aus einem deutschen Konto ↗Conversion Traffic hat den Ads Manager mit einem deutschen Konto mehrfach durchlaufen und dokumentiert Unterschiede zwischen frühem Rollout und späterer Oberfläche. Für die Arbeit mit Prompts ist daraus vor allem eine Regel wichtig: Lass ChatGPT keine Einstellungen blind voraussetzen, sondern nenne Konto, Kampagne, Ziel und Zeitraum ausdrücklich und prüfe anschließend die tatsächlich gespeicherten Werte im Ads Manager.
Das gilt besonders bei Einstellungen, die sich später nur eingeschränkt oder gar nicht korrigieren lassen. Ein guter Prompt soll deshalb nicht nur „etwas erstellen“, sondern auch die geplanten Werte vor der Änderung sichtbar machen.
Conversion Traffic: deutscher Ads-Manager-Test ↗Seer Interactive kommt aus internationalen Tests zu einem ähnlichen strategischen Schluss: Werbetreibende sollten stärker auf die konkrete Unterhaltung und den dahinterliegenden Bedarf achten als auf eine reine Keyword- oder Seitendenke.
Das ergänzt die deutschen Praxiserfahrungen sinnvoll: Die Technik kann sich verändern, aber für gute Prompts bleibt die Kernfrage gleich – in welcher realen Situation ist dein Angebot für den Nutzer tatsächlich hilfreich?
Seer-Studie zu ChatGPT Ads ansehen ↗Mit den vier Bausteinen aus der AMZ+-Praxis kannst du ChatGPT zwingen, echte Situationen statt verkleideter Keyword-Listen zu entwickeln:
„Ich gebe dir gleich echte Kundenfragen, Rezensionen und Retourengründe zu [Produkt]. Leite daraus mögliche Kundensituationen für ChatGPT Ads ab. Beschreibe jede Situation mit vier Punkten: 1. Auslöser, 2. eigentliches Bedürfnis, 3. wichtige Einschränkung, 4. Kontext der Person. Verwende nur Informationen, die aus meinem Material ableitbar sind. Erfinde keine Produktvorteile. Gruppiere ähnliche Situationen und zeige mir anschließend drei bis fünf deutlich unterschiedliche Fälle, die unterschiedliche Anzeigenbotschaften rechtfertigen.“
Vom Briefing bis zur Auswertung
Statt einen riesigen Prompt zu schreiben, ist es oft besser, die Arbeit in mehrere Entscheidungen zu teilen. So kannst du nach jedem Schritt prüfen, ob die Richtung stimmt.
Du gibst Produkt, Preis, Zielgruppe, Nutzen, Landingpage und Geschäftsziel an und lässt ChatGPT zuerst fehlende Informationen erfragen.
Du lässt echte Bedürfnisse und Entscheidungssituationen sammeln und prüfst, welche davon unterschiedliche Botschaften brauchen.
Jede Gruppe bekommt ein gemeinsames Thema oder Bedürfnis. Unterschiedliche Produkte und Landingpages werden getrennt.
Erst Situationen beschreiben, dann verschiedene Nutzenwinkel schreiben. So entstehen nicht zehn fast identische Anzeigen.
Versprechen, Preis, Funktionen und Call-to-Action müssen zur Zielseite passen. Widersprüche werden vor der Anzeigenprüfung beseitigt.
Zeitraum festlegen, Datenmenge prüfen, dann Ausgaben und Conversions priorisieren. Änderungen erst vorbereiten, wenn die Ursache plausibel ist.
Sieben Prompt-Fehler
Bei Ads ist nicht die längste Antwort die beste. Gute Prompts machen deutlich, welche Daten verwendet werden, wie Unsicherheit behandelt wird und ob ChatGPT nur beraten oder tatsächlich handeln soll.
Es fehlt das Geschäftsziel. „Beste“ kann mehr Reichweite, billigere Klicks, mehr Leads oder profitablere Verkäufe bedeuten.
Mehr Varianten bringen keinen Mehrwert, wenn sie denselben Nutzen nur umformulieren. Erst verschiedene Hypothesen definieren, dann Varianten erstellen.
Zu breit. Besser sind konkrete Bedürfnisse, Situationen und Einschränkungen, die zu deinem Angebot passen.
Eine hohe Klickrate kann hilfreich sein, beweist aber nicht, dass die Klicks wertvoll sind. Wenn du Conversion-Tracking eingerichtet hast – also Käufe, Anfragen oder andere gewünschte Aktionen misst –, solltest du diese nachgelagerten Ergebnisse einbeziehen.
Unklare Zeiträume erschweren Vergleich und Wiederholbarkeit. Nenne exakte oder vollständig abgeschlossene Zeiträume.
Zu viel Entscheidung auf einmal. Erst Befund, dann maximal wenige priorisierte Empfehlungen, anschließend einzelne Änderungen vorbereiten.
Ohne Definition von „funktioniert“ kann ChatGPT nicht wissen, ob Auslieferung, Kosten, Conversion-Rate oder Profitabilität das Problem ist.
Vor dem Absenden kurz prüfen
Planen, schreiben, analysieren und ändern sind unterschiedliche Aufträge.
Angebot, Konto, Kampagne, Anzeigengruppe oder Anzeige konkret benennen.
Bei Leistungsdaten möglichst abgeschlossene, vergleichbare Zeiträume nutzen.
Zum Beispiel: nichts ändern, nichts erfinden, nur belegte Kontodaten verwenden.
Drei Prioritäten sind oft nützlicher als zwanzig gleichgewichtete Ideen.
Lass Daten, Annahmen und Empfehlung trennen, damit du nicht nur eine überzeugende Formulierung bekommst.
Als Nächstes
Verstehe, welche Einstellungen zur Kampagne, zur Anzeigengruppe und zur Anzeige gehören. Dann kannst du ChatGPT gezielter sagen, was untersucht oder verändert werden soll.
Kampagnenaufbau verstehen →Reichweite, Klicks und Conversions führen zu unterschiedlichen Optimierungslogiken. Das Ziel sollte deshalb vor jeder Prompt-Optimierung klar sein.
Kampagnenziel auswählen →Hier geht es im Detail um die Relevanzhinweise innerhalb der Anzeigengruppe – also nicht um Arbeits-Prompts an ChatGPT.
Context Hints formulieren →Für die praktische Umsetzung
Die kostenlosen Beispiele auf dieser Seite helfen dir bei einzelnen Aufgaben. Für einen vollständigen Ablauf sind Strategie und praktische Oberfläche getrennt sinnvoll.
Für Strategie, Planung und Prompts: Angebot prüfen, Kampagnen vorbereiten, KI sinnvoll einsetzen und typische Denkfehler vermeiden.
ChatGPT-Ads-Leitfaden ansehen →Für die Umsetzung in der Oberfläche: mehr als 70 eigene Screenshots zeigen Ads Manager, Plugin und den Weg bis zur ersten Kampagne.
Praxisguide ansehen →Häufige Fragen
Auf dieser Seite meint Prompt eine Arbeitsanweisung, die du ChatGPT gibst, zum Beispiel zum Planen einer Kampagne, Erstellen von Anzeigen oder Analysieren von Leistungsdaten. Das ist etwas anderes als der Nutzer-Prompt innerhalb einer ChatGPT-Unterhaltung und etwas anderes als ein Context Hint in einer Anzeigengruppe.
Nein. Ohne Plugin kannst du ChatGPT für Strategie, Texte, Varianten und die Analyse von Informationen nutzen, die du selbst bereitstellst. Mit verbundenem Ads Manager Plugin kann ChatGPT zusätzlich auf berechtigte Werbekontodaten zugreifen und unterstützte Änderungen nach deiner Bestätigung ausführen.
Mindestens die konkrete Aufgabe und das betroffene Angebot oder Werbeobjekt. Bei Analysen solltest du zusätzlich Zeitraum, relevante Kennzahlen, gewünschtes Ergebnis und Grenzen nennen – zum Beispiel, dass noch nichts verändert werden soll.
Nein. Context Hints sind zusätzliche Relevanzinformationen innerhalb einer Anzeigengruppe. Sie beschreiben zum Beispiel, was dein Produkt bietet, wem es hilft oder wann es nützlich ist. Sie sind keine Befehle an ChatGPT und keine exakten Keyword-Regeln.
Mit dem Ads Manager Plugin kann ChatGPT Daten analysieren und unterstützte Änderungen vorbereiten. Schreibaktionen verlangen eine Bestätigung. Wiederkehrende Reviews sind laut OpenAI nur Empfehlungen und verändern das Konto nicht automatisch.
Das hängt von Kampagne und Datenmenge ab. Wichtig ist vor allem, den Zeitraum ausdrücklich zu nennen und bei Vergleichen gleich lange, möglichst abgeschlossene Zeiträume zu verwenden. Wenn du beim Plugin keinen Zeitraum vorgibst, nutzt es laut OpenAI standardmäßig die letzten sieben vollständig abgeschlossenen Tage in der Zeitzone des Werbekontos.
Nein. ChatGPT kann Unterschiede strukturieren und Hypothesen formulieren, aber ein Prompt ersetzt keine ausreichende Auslieferung und keine belastbaren Ergebnisdaten. Varianten mit sehr wenig Daten solltest du deshalb nicht vorschnell als Gewinner oder Verlierer behandeln.
Für wichtige Konten ist ein schrittweiser Ablauf leichter kontrollierbar: zuerst analysieren, wenige Änderungen priorisieren, eine konkrete Änderung vorbereiten, Vorschau prüfen und anschließend den gespeicherten Zustand kontrollieren. So bleibt nachvollziehbar, was tatsächlich verändert wurde.
Quellen & Recherche
Die Funktionen des Ads Managers, des Plugins, die verfügbaren Kennzahlen und die Regeln für Context Hints stammen aus OpenAIs aktueller Dokumentation. Für die praktische Umsetzung ergänze ich gezielt deutsche Erfahrungen aus realen Werbekonten und Agenturtests. Internationale Untersuchungen nutze ich nur dort, wo sie zusätzliche Daten oder Perspektiven liefern. Praxisempfehlungen werden nicht als offizielle OpenAI-Regeln dargestellt.