Etsy übernimmt die Plattformmeldung
Die gesetzliche Meldepflicht richtet sich an den Plattformbetreiber. Etsy erhebt und überprüft dafür bestimmte Verkäufer- und Transaktionsdaten und übermittelt sie an die zuständigen Steuerbehörden.
Etsy muss bestimmte Verkäufer- und Transaktionsdaten an Steuerbehörden melden. Für physische Waren spielen dabei vor allem 30 Transaktionen und 2.000 Euro eine Rolle. Diese Grenzen sind jedoch keine Steuerfreigrenzen. Außerdem behandelt Etsy digitale Artikel auf Bestellung anders als reine Sofort-Downloads.
Von Luisa Luer – Verkauf über Etsy seit 2018
DAC7 ist die europäische Grundlage für zusätzliche Meldepflichten digitaler Plattformen. Deutschland hat diese Regeln mit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz umgesetzt.
Die gesetzliche Meldepflicht richtet sich an den Plattformbetreiber. Etsy erhebt und überprüft dafür bestimmte Verkäufer- und Transaktionsdaten und übermittelt sie an die zuständigen Steuerbehörden.
Als Verkäufer musst du die für die Prüfung benötigten Angaben korrekt hinterlegen und aktualisieren. Etsy kann dich im Shop-Manager auffordern, rechtliche und steuerliche Angaben zu bestätigen.
Die Plattformmeldung betrachtet den jeweiligen jährlichen Meldezeitraum. Finanzdaten werden dabei quartalsweise zusammengefasst.
Die DAC7-/PStTG-Meldung liefert Vergleichsdaten. Ob und in welcher Höhe Steuern anfallen, richtet sich nach den allgemeinen steuerlichen Regeln und nicht allein danach, ob Etsy eine Meldung abgibt.
Für den Verkauf von Waren ist entscheidend, ob du beide Voraussetzungen für eine Freistellung unterschreitest. Das PStTG knüpft dabei an Transaktionszahl und Vergütung an.
Erreichst du innerhalb eines Kalenderjahres 30 oder mehr relevante Transaktionen mit physischen Waren, bist du nicht mehr allein aufgrund der niedrigen Transaktionszahl von der Plattformmeldung freigestellt.
Auch mit weniger als 30 Verkäufen entfällt die Freistellung, sobald die für DAC7/PStTG betrachtete Vergütung 2.000 Euro erreicht oder überschreitet.
Für Waren bist du nach der gesetzlichen Kleinverkäufer-Regel nur dann freigestellt, wenn du weniger als 30 relevante Verkäufe hattest und insgesamt weniger als 2.000 Euro Vergütung erhalten hast.
Etsy beschreibt den für die Meldung verwendeten Gesamtbetrag als Verkäufe abzüglich Erstattungen, Etsy-Gebühren und von Etsy abgeführter Steuern. Dieser Wert ist nicht automatisch dein steuerlicher Umsatz.
Etsy unterscheidet bei der eigenen DAC7-Meldung zwischen Sofort-Downloads und digitalen Artikeln, die nach dem Kauf individuell für einen Käufer erstellt werden.
Etsy nennt Verkäufe digitaler Artikel „auf Bestellung“ ausdrücklich als meldepflichtigen Fall. Gemeint sind Dateien, die nach den Wünschen des Käufers erstellt und nach Fertigstellung bereitgestellt werden.
Etsy erklärt, dass reine digitale Sofort-Downloads nicht in den gemeldeten Finanzdaten in derselben Weise berücksichtigt werden wie Waren und digitale Auftragsarbeiten.
Auch wenn eine bestimmte digitale Produktart nicht in Etsys DAC7-Auswertung fällt, können die Einnahmen steuerlich relevant sein. Plattformmeldung und Steuerpflicht bleiben getrennte Themen.
Wie Sofort-Downloads und digitale Auftragsarbeiten technisch auf Etsy funktionieren, wird im eigenen Lernschritt erklärt.
Der genaue Datensatz hängt unter anderem davon ab, ob du als natürliche Person oder als Unternehmen registriert bist.
Bei natürlichen Personen gehören Vor- und Nachname, Hauptanschrift und Geburtsdatum zu den zentralen Identifikationsdaten.
Etsy kann die für die Meldung erforderlichen Steueridentifikationsdaten sowie eine vorhandene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erfassen und überprüfen.
Auch die Kennung des Finanzkontos, auf das Verkaufserlöse gezahlt oder gutgeschrieben werden, kann zu den meldepflichtigen Angaben gehören.
Bei Unternehmen können unter anderem offizieller Name, Anschrift, Registrierungsdaten und vorhandene Betriebsstätten hinzukommen.
Die Meldung enthält die Zahl der relevanten Tätigkeiten beziehungsweise Transaktionen, für die eine Vergütung gezahlt oder gutgeschrieben wurde.
Finanzdaten werden quartalsweise gemeldet. Dazu gehören Vergütung sowie Gebühren, Provisionen oder Steuern, die der Plattformbetreiber einbehalten oder berechnet hat.
Diese Schwellen regeln nur die Freistellung von einer Plattformmeldung beim Verkauf von Waren. Steuerliche Pflichten entstehen nach anderen Gesetzen und können schon unterhalb dieser Werte bestehen.
Hier geht es um die gesetzlichen Pflichten des Plattformbetreibers und nicht um die Höhe deiner persönlichen Steuer.
Das richtet sich nach deiner Tätigkeit, deinen Einnahmen und Ausgaben sowie deiner individuellen steuerlichen Situation.
Auch das beurteilt sich unabhängig von den DAC7-Meldeschwellen. Eine Plattformmeldung entscheidet nicht über deine Gewerbeanmeldung.
Kleinunternehmerregelung, Umsatzsteuer und DAC7/PStTG sind unterschiedliche Themen und dürfen nicht über dieselben Grenzen beurteilt werden.
Etsy informiert gemeldete Verkäufer über die übermittelten Daten und stellt eine PDF-Übersicht für das vorangegangene Kalenderjahr bereit.
Etsy gibt an, gemeldeten Verkäufern bis zum 31. Januar eine PDF mit den Informationen bereitzustellen, die an die Steuerbehörden gemeldet wurden.
Die Übersicht enthält die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums abgeschlossenen relevanten Transaktionen.
Etsy weist die gemeldeten Beträge für die einzelnen Quartale aus. Diese Werte solltest du mit deinem Zahlkonto und deinen Bestellungen abgleichen.
Zusätzlich werden Gebühren, Provisionen und von Etsy einbehaltene beziehungsweise berechnete Steuern ausgewiesen.
Nutze einen festen Ablauf, damit Plattformmeldung, Etsy-Unterlagen und deine eigene Steuerdokumentation nachvollziehbar bleiben.
Ordne zuerst ein, ob du physische Waren, digitale Sofort-Downloads oder digitale Artikel auf Bestellung verkauft hast. Für physische Waren gelten die 30-Transaktionen- und 2.000-Euro-Schwellen; Etsy behandelt digitale Artikel auf Bestellung separat.
Bei physischen Waren bist du nur dann von der DAC7-Meldung freigestellt, wenn du im Kalenderjahr weniger als 30 relevante Verkäufe hattest und die von Etsy betrachtete Vergütung unter 2.000 Euro blieb. Sobald eine der beiden Grenzen erreicht wird, kann Etsy meldepflichtig sein.
Kontrolliere Name, Anschrift, Steueridentifikationsdaten, gegebenenfalls USt-IdNr., Bankkonto und Unternehmensangaben in deinen Etsy-Einstellungen. Wenn Etsy dich zur Bestätigung auffordert, beachte die im Shop-Manager genannte Frist.
Wenn Etsy Daten gemeldet hat, stellt Etsy dir bis zum 31. Januar des Folgejahres eine PDF-Übersicht mit den gemeldeten Verkäufer- und Transaktionsdaten bereit.
Vergleiche die Etsy-Übersicht mit Bestellungen, Erstattungen, Gebühren und deinen Zahlkonto-Daten. Der von Etsy gemeldete Betrag ist nicht automatisch identisch mit deinem steuerlichen Umsatz, Gewinn oder deinen Bankauszahlungen.
Sind Name, Steuerdaten, Transaktionszahl oder gemeldete Beträge falsch, sichere deine eigenen Nachweise und korrigiere zunächst die Etsy-Daten. Für fehlerhafte Plattformmeldungen wendest du dich an Etsy; steuerliche Fragen klärst du unabhängig davon mit deinem Steuerberater oder Finanzamt.
Die Plattformmeldung lässt sich am besten prüfen, wenn du nicht nur Bankauszahlungen, sondern auch Verkäufe, Gebühren und Erstattungen nachvollziehbar dokumentierst.
Sie helfen beim Abgleich einzelner Verkäufe, Stornierungen und Erstattungen.
Damit lassen sich Verkäufe, Gebühren, Steuern, Rückerstattungen und Auszahlungen voneinander trennen.
Strukturierte Exporte erleichtern Quartals- und Jahresabgleiche und helfen bei späteren Rückfragen.
Nettoauszahlungen zeigen nicht automatisch, welche einzelnen Kosten im Zahlkonto verrechnet wurden.
Übernimm die Plattformübersicht nicht ungeprüft als deine Steuerabrechnung, sondern nutze sie als zusätzliche Kontrollquelle.
Die konkrete Verbuchung von Etsy-Verkäufen, Gebühren und Auszahlungen wird in der eigenen EÜR-Anleitung behandelt.
Damit prüfst du die Plattformmeldung, ohne sie mit deiner eigenen Steuererklärung zu verwechseln.
Meldeschwellen und Plattformprozesse können sich ändern. Für konkrete Grenzwerte und Steuerdaten solltest du die aktuelle Etsy-Hilfe und den geltenden Gesetzestext verwenden.
Die wichtigsten Fragen zu 30 Verkäufen, 2.000 Euro, digitalen Produkten, gemeldeten Daten und der Etsy-Jahresübersicht auf einen Blick.
Im nächsten Hauptschritt geht es darum, wie Bewertungen auf Etsy funktionieren, wie du regelkonform um Feedback bittest und wie du auf positive und kritische Bewertungen sinnvoll reagierst.