Besuche sind nicht dasselbe wie Listing-Aufrufe
Etsy definiert Besuche als die Anzahl der Personen, die deinen Shop oder deine Listings angesehen haben. Ein Besucher kann mehrere Artikel ansehen und damit mehrere Listing-Aufrufe erzeugen.
Dein Listing wird bereits angesehen, aber kaum oder gar nicht gekauft? Dann solltest du nicht weiter nur an SEO arbeiten. Jetzt geht es um die Kaufentscheidung: Kommen die richtigen Besucher, verstehen sie Produkt und Lieferumfang, wirkt der Gesamtpreis passend und schafft dein Shop genug Vertrauen? Diese Anleitung zeigt dir, wie du die größte Kaufbarriere Schritt für Schritt findest.
Von Luisa Luer – Verkauf über Etsy seit 2018
Einige wenige Besuche ohne Bestellung sind noch kein Beweis für ein schlechtes Listing. Prüfe zuerst die richtigen Etsy-Kennzahlen und wähle einen Zeitraum, der genügend echte Käuferdaten enthält.
Etsy definiert Besuche als die Anzahl der Personen, die deinen Shop oder deine Listings angesehen haben. Ein Besucher kann mehrere Artikel ansehen und damit mehrere Listing-Aufrufe erzeugen.
Die Conversion-Rate in den Shop-Statistiken ist eine Shop-Kennzahl: Bestellungen ÷ Besuche. Verwende deshalb nicht einfach „Verkäufe ÷ Listing-Aufrufe“ und nenne das dann Etsys offizielle Conversion-Rate.
Listing-Aufrufe zeigen, wie oft Käufer deine Artikel angesehen haben. Vergleiche besonders, welche Produkte häufig betrachtet und welche tatsächlich verkauft werden.
Eine sinnvolle Conversion hängt von Produkt, Preis, Saison, Zielgruppe und Trafficquelle ab. Vergleiche vor allem längere Zeiträume und deine eigene Entwicklung statt einen pauschalen Zielwert für jeden Etsy-Shop zu übernehmen.
Viele Aufrufe sind wertlos, wenn Suchbegriff, Preisvorstellung oder Kaufabsicht nicht zu deinem Produkt passen. Deshalb prüfst du zuerst, woher die Besucher kommen.
Öffne in den Statistiken die Trafficquelle Etsy-Suche und prüfe, mit welchen Begriffen Käufer zu dir gelangen. Stimmen Produktart, Stil, Anlass, Zielgruppe und Preiserwartung mit deinem Angebot überein?
Besucher von Pinterest, Instagram, Blogs oder anderen Quellen befinden sich möglicherweise in einer früheren Inspirationsphase als Käufer mit konkreter Etsy-Suchanfrage. Beurteile Trafficquellen deshalb nicht ausschließlich nach der Anzahl der Aufrufe.
Wenn Suchbegriffe deutlich unpassend sind, korrigierst du die Suchzuordnung. Sind die Besucher dagegen grundsätzlich passend, liegt die nächste Baustelle bei Kaufargumenten, Preis oder Vertrauen.
Ein hochwertiges Premiumprodukt kann viele neugierige Klicks bekommen und trotzdem wenig verkaufen, wenn die verwendeten Begriffe überwiegend preisorientierte Käufer anziehen.
Das erste Bild erzeugt den Klick. Die weiteren Bilder müssen anschließend Unsicherheit reduzieren und den Käufer bei seiner Entscheidung unterstützen.
Käufer sollten sofort erkennen, was sie erhalten. Zusätzliche Dekoration, Requisiten oder Mockups dürfen den eigentlichen Lieferumfang nicht missverständlich erscheinen lassen.
Zeige Größenvergleich, Anwendung oder Maßdarstellung. Reine Zentimeterangaben reichen oft nicht aus, wenn Käufer sich die tatsächliche Größe nur schwer vorstellen können.
Farben, Größen, Materialien und Ausführungen sollten klar zuzuordnen sein. Käufer sollten nicht raten müssen, welche Variante im Auswahlfeld welchem Foto entspricht.
Bei digitalen Produkten sollten Vorschau, enthaltene Seiten beziehungsweise Designs, Dateiformate und Verwendungszweck deutlich werden. Mache sichtbar, dass kein physischer Artikel versendet wird.
Bei personalisierten Artikeln helfen konkrete Beispiele dabei, Schrift, Position, Umfang und mögliche Ergebnisse vor dem Kauf realistisch einzuschätzen.
Die vollständige Bildstrategie bleibt im eigenen Lernschritt, damit diese Conversion-Seite nicht die Foto-Anleitung dupliziert.
Ein Käufer beurteilt nicht nur den Artikelpreis. Er sieht Produkt, Qualität, Lieferumfang, Versandkosten, Lieferzeit, Bewertungen und Alternativen als Gesamtpaket.
Material, Handarbeit, Personalisierung, Nutzungsumfang, Dateimenge oder besondere Ausführung müssen sichtbar sein. Ein höherer Preis braucht nachvollziehbare Gründe.
Vergleiche ähnliche Angebote nach Qualität, Umfang, Versand, Bearbeitungszeit, Bewertungen und Zielgruppe. Sonst vergleichst du möglicherweise Produkte, die nur oberflächlich ähnlich aussehen.
Etsy weist darauf hin, dass hohe Versandpreise Käufer von einer Bestellung abhalten können. Beurteile deshalb den Gesamtpreis aus Artikel und Versand aus Sicht des Käufers.
Ein zusätzlicher Verkauf hilft dir wenig, wenn Material, Arbeitszeit, Etsy-Gebühren, Versand und Werbung deine Marge vollständig aufbrauchen.
Etsy warnt vor Scheinrabatten, künstlich hochgesetzten Ausgangspreisen und dauerhaften Rabattaktionen. Ein Sale sollte einen echten, zeitlich begrenzten Preisvorteil darstellen.
Wenn Bilder, Lieferumfang oder Versand unklar sind, kann eine Preissenkung die eigentliche Kaufbarriere verdecken statt lösen. Prüfe deshalb zuerst, ob der Wert überhaupt verstanden wird.
Die Beschreibung soll nicht bloß Keywords wiederholen. Sie muss Unsicherheit beseitigen und genau erklären, was Käufer erhalten und was sie vor der Bestellung wissen müssen.
Die ersten Sätze sollten direkt erklären, was du verkaufst und für wen es gedacht ist. Wichtige Einschränkungen gehören nicht ganz ans Ende der Beschreibung.
Vage Begriffe wie „hochwertig“ ersetzen keine belastbaren Informationen. Nenne konkrete Materialien, Größen, Mengen, Eigenschaften und enthaltene Bestandteile.
Erkläre, welche Angaben benötigt werden, welche Zeichenlängen oder Auswahlmöglichkeiten bestehen und was passiert, wenn Informationen fehlen.
Bei digitalen Produkten müssen Käufer vor dem Kauf verstehen, welche Dateien enthalten sind, welche Software eventuell nötig ist und welche Nutzung beziehungsweise Lizenz im Angebot enthalten ist.
Zu viele ähnlich benannte Optionen können die Kaufentscheidung erschweren. Varianten sollten verständlich, logisch und mit den Bildern konsistent sein.
Für Aufbau, Einstieg und Formulierungen nutzt du die ausführliche Beschreibung-Anleitung.
Gerade bei physischen Produkten kann ein attraktiv wirkender Artikel im letzten Moment unattraktiv werden, wenn Lieferung teuer, langsam oder unklar erscheint.
Vergleiche nicht nur deine tatsächlichen Portokosten, sondern auch den Versandpreis, den Käufer sehen. Etsy weist darauf hin, dass hohe Versandpreise die Kaufwahrscheinlichkeit senken können.
Bei Geschenken, Hochzeiten, Geburtstagen und Saisonprodukten kann ein zu später erwarteter Liefertermin selbst bei einem guten Produkt zum Kaufabbruch führen.
Eine unnötig lange Bearbeitungszeit macht dein Angebot weniger attraktiv; eine unrealistisch kurze Zeit erhöht dagegen das Risiko verspäteter Bestellungen.
Klare Rückgabe- und Umtauschinformationen helfen Käufern einzuschätzen, welches Risiko sie bei der Bestellung eingehen. Gesetzliche Verbraucherrechte bleiben davon unabhängig.
Ein Käufer kennt dich meist nicht persönlich. Shopprofil, Bewertungen, Richtlinien und dein Umgang mit Fragen übernehmen deshalb einen Teil der Vertrauensarbeit.
Bewertungen helfen neuen Käufern einzuschätzen, ob Produkt und Service ihren Erwartungen entsprechen. Wiederkehrende Kritik sollte direkt in deine Listing-Optimierung einfließen.
Ein ausgefüllter Shopauftritt mit nachvollziehbarem Infobereich, Profil und konsistenter Gestaltung wirkt greifbarer als ein Shop, der nur aus einzelnen Listings besteht.
Etsys Kundenservice-Standards berücksichtigen unter anderem die Reaktion auf Erstnachrichten. Schnelle, klare Antworten können außerdem Kaufunsicherheit reduzieren.
Lieferzeit, Rückgabe, Personalisierung und Produktumfang sollten in Listing, Richtlinien und Nachrichten dasselbe versprechen. Widersprüche kosten Vertrauen.
Der Ablauf verhindert, dass du aus wenigen Verkäufen sofort auf den Preis schließt oder mehrere Bereiche gleichzeitig veränderst.
Wähle in Etsy-Statistiken einen sinnvollen Zeitraum und prüfe Besuche, Bestellungen, Conversion-Rate und Trafficquellen. Sehr wenige Besuche reichen nicht aus, um zuverlässig zu beurteilen, ob dein Listing grundsätzlich schlecht konvertiert.
Prüfe bei Etsy-Suche die Suchbegriffe, über die Käufer in deinen Shop kommen. Viele Aufrufe helfen wenig, wenn die Besucher ein anderes Produkt, eine andere Preisklasse oder einen anderen Einsatzzweck erwarten.
Kontrolliere Hauptbild, weitere Fotos beziehungsweise Mockups, Varianten und Lieferumfang. Käufer sollten Größe, Material, Ausführung, Personalisierung und bei digitalen Produkten den tatsächlichen Dateiinhalt ohne Rätselraten verstehen.
Vergleiche nicht nur den Artikelpreis, sondern den wahrgenommenen Gesamtwert aus Produkt, Versandkosten, Lieferzeit und Rückgabebedingungen. Senke den Preis nicht automatisch, sondern prüfe zuerst Marge und Wettbewerbsposition.
Prüfe Beschreibung, Bewertungen, Shopprofil, Richtlinien und Kundenservice. Beantworte kaufrelevante Fragen früh und klar, damit Käufer nicht erst vor der Bestellung nach grundlegenden Informationen suchen müssen.
Wähle anhand deiner Daten die wahrscheinlich größte Kaufbarriere und ändere zuerst nur diesen Bereich. Dokumentiere den Ausgangswert und vergleiche anschließend einen ausreichend langen Zeitraum, bevor du die nächste große Änderung vornimmst.
Conversion-Optimierung funktioniert nur, wenn du nach einer Änderung noch erkennen kannst, was sich tatsächlich verbessert oder verschlechtert hat.
Notiere Zeitraum, Besuche, Bestellungen, Conversion-Rate, wichtige Suchbegriffe und die Aufrufe des betroffenen Listings vor einer größeren Änderung.
Viele passende Besucher, aber schwache Kaufargumente? Dann nicht zuerst SEO ändern. Hoher Gesamtpreis? Dann Preis und Versand prüfen. Wiederkehrende Größenfragen? Dann Bilder und Beschreibung verbessern.
Wenn du Hauptbild, Preis, Titel, Versand und Beschreibung parallel veränderst, weißt du später nicht, welcher Faktor das Ergebnis beeinflusst hat.
Ein Produkt mit wenigen monatlichen Besuchern braucht länger für eine belastbare Auswertung als ein Bestseller. Beurteile die Wirkung nicht nur nach einzelnen Tagen.
Mehr Traffic verstärkt auch ein schwaches Angebot. Etsy empfiehlt deshalb, Listings vor der Werbung unter anderem bei Bildern, Preis, Beschreibung und Versand zu optimieren.
Wenn dein Listing klar positioniert und kaufbereit ist, lernst du im nächsten Schritt Budget, beworbene Listings, Kennzahlen und Optimierung kennen.
Prüfe diese Punkte aus Sicht eines Käufers, der deinen Shop und dein Produkt noch nicht kennt.
Etsy kann Statistikfunktionen, Suchsignale, Versandhinweise und Werbefunktionen verändern. Nutze für konkrete Kennzahlen zusätzlich die aktuellen Daten in deinem eigenen Shop-Manager.
Die wichtigsten Fragen zu Conversion-Rate, Ranking, Preis, Versandkosten, Rabatten und Etsy Ads auf einen Blick.
Im nächsten Hauptschritt geht es darum, welche Listings du bewerben solltest, wie Etsy Ads abgerechnet werden und mit welchen Kennzahlen du Kampagnen sinnvoll beurteilst.