Niedrige Tantieme
Schon relativ niedrige Klickkosten können einen hohen ACoS erzeugen, wenn dir pro Verkauf nur wenige Euro bleiben.
Du schaltest Amazon Ads, bekommst Klicks und Verkäufe – aber woher weißt du eigentlich, ob deine Werbung noch Geld verdient oder bereits zu teuer geworden ist? Genau dafür brauchst du den ACoS.
Auf dieser Seite lernst du Schritt für Schritt, wie viel Werbung dein Produkt überhaupt verträgt, wie du daraus Break-even-ACoS und Ziel-ACoS berechnest und wie du anschließend die ACoS-Spalte deiner Kampagnen bewertest.
Von Luisa Luer – SEA-Expertin seit 2014
Stell dir vor, du hast eine Sponsored-Products-Kampagne gestartet. Das sind die typischen Amazon-Anzeigen, mit denen einzelne Produkte in Suchergebnissen oder auf Produktseiten beworben werden. Amazon zeigt deine Anzeige, Interessenten klicken darauf und einige kaufen dein Produkt. Das klingt zunächst gut. Gleichzeitig kostet aber jeder Werbeklick Geld. Nur weil eine Kampagne Verkäufe erzeugt, heißt das deshalb noch lange nicht, dass sie sich für dich auch lohnt.
Genau hier kommt der ACoS ins Spiel. ACoS steht für Advertising Cost of Sales. Die Kennzahl zeigt dir, wie groß deine Werbekosten im Verhältnis zu dem Umsatz sind, den deine Werbung erzeugt hat. Für den Einstieg kannst du ihn deshalb als eine Art Kostenanzeige deiner Amazon-Werbung verstehen.
Ein einfaches Beispiel: Deine Anzeigen erzeugen 100 € Werbeumsatz und dafür entstehen 20 € Werbekosten. Dann beträgt dein ACoS 20 %. Anders gesagt: Von 100 € Umsatz, der über die Werbung entstanden ist, gehen 20 € für die Werbung drauf.
Amazon zeigt dir den ACoS später direkt als Kennzahl in deinen Kampagnendaten. Du musst ihn also nicht bei jeder Kontrolle selbst ausrechnen. Du musst aber wissen, welcher ACoS für dein Produkt noch in Ordnung ist – sonst sagt dir die Zahl allein wenig.
Marge= der Anteil, der nach deinen direkten Kosten noch übrig bleibt. Break-even= die Gewinnschwelle, also der Punkt, an dem nichts mehr übrig bleibt. Ziel-ACoS= der ACoS-Wert, den deine Kampagne möglichst erreichen oder unterschreiten soll.
Warum 20 % nicht automatisch „gut“ sind: Zwei Verkäufer können beide einen ACoS von 20 % haben und trotzdem völlig unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Entscheidend ist, wie viel vom Verkaufspreis nach Einkauf, Amazon-Gebühren, Versand und anderen direkten Kosten noch übrig bleibt. Diesen verbleibenden Anteil nennt man oft Marge. Ist dieser Rest groß, kann ein ACoS von 20 % gut tragbar sein. Bleibt nach den Kosten dagegen nur wenig übrig, können dieselben 20 % bereits zu teuer sein.
Deshalb solltest du nicht zuerst nach einem allgemeinen „guten ACoS“ suchen. Du solltest zuerst berechnen, wie viel Werbung dein eigenes Produkt überhaupt tragen kann.
Diese Frage solltest du möglichst bevor du deine Kampagne startest beantworten. Denn erst wenn du weißt, wie viel Geld dein Produkt nach seinen direkten Kosten überhaupt noch übrig lässt, kannst du später beurteilen, ob dein tatsächlicher Kampagnen-ACoS zu hoch ist.
Nehmen wir ein bewusst einfaches Beispiel. Dein Produkt wird für 50 € verkauft. Davon gehen Einkauf, Amazon-Gebühren, Versand und weitere direkte Kosten ab.
Diese 40 % sind deine Gewinnschwelle für die Werbung. Der englische Fachbegriff dafür lautet Break-even-ACoS. Gemeint ist ganz einfach: Wenn deine Werbung in diesem Beispiel genau 40 % ACoS verursacht, werden die gesamten 20 €, die nach Einkauf, Amazon-Gebühren, Versand und den anderen direkten Kosten noch übrig waren, durch Werbung aufgezehrt.
Wichtig ist deshalb: 40 % sind nicht dein Wunschwert. Sie zeigen dir nur die Grenze, ab der deine Werbung den gesamten noch verfügbaren Betrag auffrisst. Genau deshalb ist der Break-even-ACoS nur deine äußerste Grenze – nicht der Wert, auf den du deine Kampagne optimieren möchtest.
Der Break-even-ACoS beantwortet die Frage: „Wie hoch darf mein ACoS höchstens werden, bevor von diesem Verkauf nichts mehr übrig bleibt?“ Erst wenn du diese Grenze kennst, kannst du einen niedrigeren Ziel-ACoS festlegen, bei dem noch Gewinn übrig bleiben soll.
Hier auf dieser Seite reicht die einfache Rechnung, damit du die Logik hinter dem ACoS verstehst. In Schritt 16 · Break-even-ACoS gehst du tiefer: Dort schaust du, welche Kosten du bei deinem eigenen Produkt wirklich berücksichtigen solltest und wie du deine persönliche Gewinnschwelle sauber berechnest.
Zu Schritt 16 · Break-even-ACoS →Jetzt kennst du deine absolute Grenze von 40 %. Aber du möchtest mit deinem Produkt natürlich nicht nur gerade so keinen Verlust machen. Du möchtest nach der Werbung noch Gewinn behalten.
In unserem Beispiel stehen nach den direkten Kosten 20 € für Werbung und Gewinn zur Verfügung. Angenommen, du möchtest davon 5 € Gewinn pro Verkauf behalten. Dann dürfen höchstens 15 € für Werbung ausgegeben werden.
Damit hast du jetzt zwei Zahlen, die du auseinanderhalten musst: 40 % Break-even-ACoS ist deine äußerste Grenze – also der Punkt, an dem aus dem Verkauf nichts mehr übrig bleibt. 30 % Ziel-ACoS ist dein gewünschter Kampagnenwert. Er liegt bewusst darunter, damit in diesem Beispiel noch 5 € Gewinn pro Verkauf übrig bleiben können.
Die 30 % sind also nicht geschätzt. Sie ergeben sich aus deiner eigenen Produktkalkulation und deinem gewünschten Gewinn. Genau deshalb kann ein sinnvoller Ziel-ACoS von Produkt zu Produkt unterschiedlich sein.
Wenn du diese Grenze für dein eigenes Produkt berechnen möchtest, brauchst du eine möglichst saubere Kostenbasis. Genau darum geht es im nächsten Thema Schritt 16 · Break-even-ACoS .
Ziel-ACoS: Diesen Wert möchtest du erreichen oder unterschreiten, damit dein eingeplanter Gewinn übrig bleiben kann.
Break-even-ACoS: Ab ungefähr diesem Wert ist der Betrag, der für Werbung und Gewinn zur Verfügung stand, vollständig aufgebraucht.
Sobald deine Kampagnen laufen, musst du Break-even-ACoS und Ziel-ACoS nicht jeden Tag neu ausrechnen. Du kennst jetzt deine beiden Vergleichswerte. Amazon zeigt dir den tatsächlichen ACoS deiner laufenden Kampagnen als Kennzahl.
Ab jetzt ist die Logik einfach: Du vergleichst den tatsächlichen ACoS jeder Kampagne mit deinem Ziel-ACoS von 30 % und deiner Break-even-Grenze von 40 %. Wie du diese Break-even-Grenze für dein eigenes Produkt genauer berechnest, zeige ich dir in Schritt 16 .
Wenn dein Ziel ist, mit der Werbung nach den Kosten noch Gewinn zu behalten – also profitabel zu werben –, gilt: Je kleiner der ACoS, desto weniger von deinem Werbeumsatz geht für Werbung drauf. Alles unter deinem Ziel-ACoS ist besser als geplant. Genau dein Ziel-ACoS bedeutet: Ziel erreicht. Alles darüber ist schlechter als dein Ziel und sollte – wenn sich der Wert mit genügend Daten bestätigt – geprüft werden.
Dein Ziel liegt bei 30 %. Mit 25 % benötigt die Kampagne weniger Werbekosten im Verhältnis zum Werbeumsatz als eingeplant.
Die Kampagne liegt noch unter dem Break-even von 40 %, arbeitet aber schlechter als dein gewünschtes Gewinnziel.
Die Kampagne liegt sogar über deiner berechneten Gewinnschwelle. Jetzt solltest du besonders genau prüfen, wo die Werbekosten entstehen.
Unter 30 % = gut. 30 % = Ziel erreicht. Über 30 % = schlechter als dein Ziel und prüfen. Über 40 % = über deiner Break-even-Grenze und besonders kritisch.
| Kampagne | Werbeumsatz | Werbekosten | ACoS | Bewertung bei Ziel 30 % |
|---|---|---|---|---|
| Kampagne A | 500 € | 125 € | 25 % | unter Ziel → gut |
| Kampagne B | 500 € | 170 € | 34 % | über Ziel → prüfen |
| Kampagne C | 500 € | 230 € | 46 % | über Break-even → kritisch |
Das ist der eigentliche Nutzen des ACoS: Du musst nicht bei jeder Kampagne raten, ob sie „gut aussieht“. Du hast vorher deine eigene Grenze und dein eigenes Ziel berechnet. Danach kannst du die ACoS-Spalte deiner Kampagnen immer wieder mit genau diesen Werten vergleichen.
Liegt eine Kampagne einmal kurz über deinem Ziel, musst du nicht sofort alles ändern. Wenn der ACoS aber mit ausreichend Daten dauerhaft über deinem Ziel-ACoS liegt, solltest du herausfinden, warum.
Ein ACoS über deinem Ziel sagt dir zunächst nur: Im Verhältnis zu deinen Werbeverkäufen gibst du mehr für Werbung aus als geplant. Er sagt dir aber noch nicht automatisch, warum das passiert.
Für Anfänger hilft eine einfache Aufteilung. Entweder sind deine Klicks zu teuer, es kaufen nach den Klicks zu wenige Nutzer – oder beide Probleme treten gleichzeitig auf.
Dafür brauchst du zwei weitere Begriffe. CPC bedeutet Cost per Click, also durchschnittliche Kosten pro Klick. Conversion Rate bedeutet Kaufrate und zeigt vereinfacht, wie häufig aus einem Klick ein Kauf wird.
| Was du beobachtest | Was dahinterstecken kann | Was du als Erstes prüfst |
|---|---|---|
| Viele Klicks, aber kaum Verkäufe | Die Suchanfragen passen nicht gut genug oder die Produktseite überzeugt nach dem Klick nicht. | Suchbegriffe, Preis, Hauptbild, Bewertungen und dein Listing – also deine Produktdetailseite. |
| Verkäufe vorhanden, CPC aber sehr hoch | Dein Produkt verkauft, aber die Klicks kosten zu viel. | Gebote, Wettbewerbsdruck und Placements – also die Stellen, an denen deine Anzeige erscheint. |
| Hoher CPC und schwache Conversion | Du kaufst teuren Traffic ein, der zusätzlich schlecht verkauft. | Targets – also die konkreten Werbeziele wie Keywords oder ASINs –, Suchbegriffe, Gebote und Listing gemeinsam. |
| Kampagne insgesamt okay, einzelne Bereiche teuer | Einige Suchbegriffe, Targets oder Placements können den Durchschnitt verschlechtern. | Nicht nur die Kampagne, sondern die tieferen Ebenen ansehen. |
Wichtig: Ein zu hoher ACoS ist oft nur das sichtbare Ergebnis eines anderen Problems. Wenn du ausschließlich versuchst, den ACoS „nach unten zu drücken“, ohne die Ursache zu verstehen, kannst du gute Kampagnen unnötig ausbremsen oder das eigentliche Problem übersehen.
Dann solltest du die Kampagne nicht einfach pauschal ausschalten. Zuerst prüfst du, welcher Teil der Kampagne den zu hohen ACoS verursacht.
Hat ein Keyword oder Target Verkäufe, aber der CPC ist zu hoch, kann eine Gebotsanpassung sinnvoll sein. Erzeugt ein Suchbegriff dagegen immer wieder Klickkosten, aber keine passenden Käufe, kann ein Ausschluss sinnvoller sein. Funktioniert ein bestimmtes Placement deutlich schlechter als andere, solltest du die Platzierungsdaten prüfen. Und wenn viele Nutzer klicken, aber kaum kaufen, liegt der größte Hebel möglicherweise gar nicht in der Kampagne, sondern auf deiner Produktseite.
Genau deshalb solltest du den ACoS nicht isoliert betrachten. Er sagt dir, dass deine Werbung im Verhältnis zu deinem Ziel zu teuer ist. Die anderen Kampagnendaten zeigen dir, warum.
Vergleiche den tatsächlichen Kampagnen-ACoS mit deinem vorher berechneten Zielwert.
Prüfe CPC, Conversion, Suchbegriffe, Targets und Placements statt nur den Kampagnen-Gesamtwert.
Gebot senken, unpassende Suchbegriffe ausschließen, Placement-Einstellungen prüfen oder die Produktseite verbessern – abhängig von der Ursache.
Ändere möglichst nicht alles gleichzeitig. So kannst du später besser erkennen, ob deine Maßnahme tatsächlich geholfen hat.
Dort geht es ausführlich darum, wie du Gebote, Suchbegriffe, Targets, Placements und andere Kampagnenbereiche anhand ihrer Daten optimierst. Auf dieser Seite musst du zunächst verstehen, wann dein ACoS überhaupt ein Optimierungssignal ist.
Schritt 18 · Amazon Ads optimieren →Für das grundlegende Verständnis gilt weiterhin: Je niedriger dein ACoS bei vergleichbarem Werbeumsatz, desto weniger gibst du anteilig für Werbung aus. Ein ACoS unter deinem Ziel ist deshalb zunächst ein gutes Zeichen.
Später kommt aber eine zweite Frage hinzu: Wie viel profitablen Umsatz erzeugt die Kampagne überhaupt? Eine Kampagne mit 5 % ACoS und nur zwei Verkäufen kann dir in absoluten Euro weniger Gewinn bringen als eine Kampagne mit 20 % ACoS und hundert profitablen Verkäufen.
Für Anfänger ist deshalb die Reihenfolge wichtig: Erst lernst du, deinen Ziel-ACoS einzuhalten. Danach kannst du bei stabil profitablen Kampagnen überlegen, ob du mit mehr Budget oder höheren Geboten zusätzliche Verkäufe gewinnen kannst, ohne deine Wirtschaftlichkeit zu verlieren.
Unter deinem Ziel-ACoS ist gut. Der fortgeschrittene Punkt ist lediglich: Wenn du weit unter deinem Ziel liegst und gleichzeitig kaum Umsatz erzielst, kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob du profitabel mehr Reichweite einkaufen kannst.
KDP bedeutet Kindle Direct Publishing. Die Tantieme ist der Betrag, den du aus einem Buchverkauf erhältst. Für deine Werbewirtschaftlichkeit zählt deshalb nicht allein der Verkaufspreis des Buchs, sondern was davon tatsächlich bei dir verbleibt.
Schon relativ niedrige Klickkosten können einen hohen ACoS erzeugen, wenn dir pro Verkauf nur wenige Euro bleiben.
Bei Buchreihen kann ein erster Verkauf zusätzliche spätere Käufe auslösen. Diese Langzeitwirkung ist im einzelnen Sponsored-Products-ACoS nicht vollständig sichtbar.
Ein höherer ACoS kann beim Start bewusst akzeptiert werden – aber nur, wenn du vorher festlegst, wie viel du dafür investieren kannst.
Im Amazon Ads Praxisleitfaden verbindest du ACoS mit Marge, Break-even-ACoS, CPC, Conversion, Geboten, Placements und Suchbegriffen. Dazu kommen Research- und Performance-Kampagnen, negative Keywords, Suchbegriffberichte, Skalierung und TACoS – auf über 100 Seiten mit Beispielen, Visualisierungen und Tracking-Vorlage für Seller und KDP.
Auf dieser Seite haben wir bewusst mit einer einfachen Produktrechnung gearbeitet, damit du die Logik verstehst. In Schritt 16 geht es tiefer in den Break-even-ACoS: Welche Kosten gehören wirklich in die Kalkulation, welche Fehler verfälschen deine Grenze und wie berechnest du sie für dein eigenes Produkt sauberer?
Die persönliche Rentabilitätsgrenze detaillierter berechnen.
Zu Schritt 16 →Erkennen, welche echten Suchanfragen Werbekosten und Verkäufe erzeugen.
Zu Schritt 17 →Kampagnen über Ziel-ACoS anhand ihrer Ursachen gezielt verbessern.
Zu Schritt 18 →Der Lernweg führt dich von Keyword-Recherche, Amazon SEO, Listing-Optimierung und Helium 10 bis zu Amazon Ads, Targeting, Geboten, Kennzahlen, Optimierung und Skalierung. Die aktuelle Seite ist gelb markiert.
Hier legst du die Grundlage für Relevanz, organische Sichtbarkeit und eine starke Produktdetailseite.
Hier beginnt der bezahlte Teil des Lernwegs: zuerst Amazon Ads verstehen, danach Sponsored Products, automatische und manuelle Kampagnen sowie Keyword- und Product-Targeting.
Sobald Kampagnen laufen, brauchst du eine klare Struktur und musst wissen, wie Gebote, Placements und Leistungsdaten zusammenhängen.
ACoS, Break-even, Suchbegriffe und TACoS helfen dir, aus Daten konkrete Optimierungsentscheidungen abzuleiten.
Stabile Gewinner kannst du anschließend kontrolliert ausbauen, ohne Wirtschaftlichkeit und Überblick zu verlieren.
ACoS steht für Advertising Cost of Sales. Die Kennzahl zeigt, wie hoch deine Werbekosten im Verhältnis zu deinem Werbeumsatz sind. Ein ACoS von 30 Prozent bedeutet vereinfacht: Für 100 Euro Werbeumsatz sind 30 Euro Werbekosten angefallen.
Die Formel lautet: Werbeausgaben geteilt durch Werbeumsatz mal 100. Bei 40 Euro Werbeausgaben und 200 Euro Werbeumsatz beträgt der ACoS 20 Prozent.
Ein guter ACoS hängt von deiner eigenen Produktkalkulation ab. Berechne zuerst deinen Break-even-ACoS und daraus deinen Ziel-ACoS. Liegt der tatsächliche Kampagnen-ACoS unter deinem Ziel-ACoS, arbeitet die Werbung gemessen an diesem Ziel besser als geplant. Liegt er dauerhaft darüber, solltest du die Kampagne prüfen.
Der tatsächliche ACoS ist das Ergebnis deiner laufenden Werbung. Der Break-even-ACoS ist dagegen eine vorher berechnete Grenze. Er zeigt vereinfacht, bei welchem ACoS der Betrag, der nach den direkten Produktkosten noch für Werbung und Gewinn zur Verfügung steht, vollständig durch Werbung aufgebraucht wäre.
Berechne zuerst, was nach Einkauf, Amazon-Gebühren, Versand und anderen direkten Kosten vom Verkaufspreis übrig bleibt. Kostet dein Produkt 50 Euro und deine direkten Kosten betragen 30 Euro, stehen noch 20 Euro für Werbung und Gewinn zur Verfügung. 20 Euro geteilt durch 50 Euro mal 100 ergeben einen Break-even-ACoS von 40 Prozent. Für eine profitable Kampagne sollte dein Ziel-ACoS normalerweise darunter liegen.
Behalte die ACoS-Spalte jeder Kampagne im Blick. Liegt dein tatsächlicher ACoS unter deinem Ziel-ACoS, läuft die Werbung gemessen an diesem Ziel effizienter als geplant. Liegt er dauerhaft darüber, solltest du die Kampagne prüfen und optimieren, zum Beispiel Gebote, Suchbegriffe, Targets, Placements oder die Conversion des Listings. Liegt der ACoS sogar über deinem Break-even-ACoS, ist die Kampagne besonders kritisch zu prüfen.
Ein hoher ACoS kann unter anderem durch hohe Klickkosten, schwache Conversion, unpassende Suchbegriffe, ungünstige Placements oder ein schwaches Listing entstehen. Prüfe deshalb CPC und Conversion getrennt, bevor du nur Gebote senkst.
Je nach Ursache kannst du unpassende Suchbegriffe ausschließen, Gebote senken, Placements optimieren, die Conversion deiner Produktseite verbessern und Werbebudget stärker auf profitable Targets verteilen.
Ein niedriger ACoS ist nicht grundsätzlich schlecht. Wenn er aber nur dadurch entsteht, dass deine Gebote und Reichweite so niedrig sind, dass du kaum profitable Verkäufe erzielst, kann ein etwas höherer ACoS mehr absoluten Gewinn und Wachstum ermöglichen.
Der Ziel-ACoS ist der ACoS, den du mit deiner Werbung erreichen möchtest. Für ein Profitabilitätsziel kannst du ihn aus deiner Produktkalkulation ableiten: Bleiben bei 50 Euro Verkaufspreis nach direkten Kosten 20 Euro übrig und möchtest du 5 Euro Gewinn behalten, dürfen höchstens 15 Euro in Werbung gehen. 15 Euro geteilt durch 50 Euro mal 100 ergeben 30 Prozent Ziel-ACoS.
Amazon-Quellen nutze ich für Definition, Formel und grundlegende Einordnung. Für Ziel-ACoS, Ad-Waste-Diagnose, Launch-Strategien und typische Fehlinterpretationen ergänze ich aktuelle PPC-Quellen und Seller-Erfahrungen. Praxisbeispiele sind keine allgemeingültigen Zielwerte.
ACoS, Break-even und Profitabilität hängen von deiner individuellen Kostenstruktur ab. Beispiele und Seller-Erfahrungen dienen der Erklärung und sind keine Garantie für niedrigere Werbekosten, mehr Verkäufe oder Gewinn. Amazon kann Kennzahlen, Attribution und Werbefunktionen verändern.