Amazon PartnerNet · Schritt 12

Amazon PartnerNet Reports verstehen: Klicks, Bestellungen & Einnahmen richtig lesen

Im PartnerNet stehen plötzlich Klicks, bestellte Artikel, versandte Artikel, Conversion und Einnahmen nebeneinander. Was davon zeigt dir wirklich, ob deine Affiliate-Strategie funktioniert?

Hier lernst du die wichtigsten Reports so zu lesen, dass du daraus konkrete Entscheidungen ableiten kannst – statt jeden Morgen nur auf die Provisionssumme zu schauen.

Von Luisa Luer – Online-Marketing-Expertin seit 2014

Das Dashboard lesen

Vier Zahlen reichen für den ersten Überblick

Bevor du in einzelne Produkte oder Linkarten einsteigst, solltest du zuerst verstehen, wie sich Traffic, Bestellungen, Auslieferungen und Einnahmen zueinander verhalten.

Klicks 1. Wie oft Nutzer über deine Partnerlinks zu Amazon gelangt sind.
Bestellte Artikel 2. Welche Artikel nach deinen Empfehlungen bestellt wurden.
Versandte Artikel 3. Welche Bestellungen tatsächlich ausgeliefert wurden und damit für Einnahmen relevant werden.
Einnahmen 4. Welche Vergütung nach Amazons Regeln aus den qualifizierten Verkäufen entstanden ist.
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Bestellte Artikel sind noch keine endgültige Provision

Amazon vergütet nicht bloß die Bestellung. Entscheidend sind versandte bzw. ausgelieferte qualifizierte Artikel. Stornos, Nichtverfügbarkeit, Retouren und Gutschriften können die späteren Einnahmen verändern.

Welcher Report für welche Frage?

Die wichtigsten Amazon PartnerNet Berichte im Überblick

Einnahmen
Damit beantwortest du: Womit habe ich tatsächlich Provision verdient?
Darauf schauen: ausgelieferte Artikel, Umsatz, Vergütung, Rückgaben und Gutschriften
Bestellungen
Damit beantwortest du: Welche Produkte wurden nach meinen Empfehlungen bestellt?
Darauf schauen: bestellte Artikel, Direktlink-Klicks, Artikel mit und ohne Bestellungen
Tracking-ID-Zusammenfassung
Damit beantwortest du: Welcher Kanal oder welche Strategie funktioniert?
Darauf schauen: Klicks, Bestellungen, ausgelieferte Artikel, Umsatz und Einnahmen je Tracking-ID
Linkauswertung
Damit beantwortest du: Welche Linkarten erzeugen Aktivität und Einnahmen?
Darauf schauen: Klicks, bestellte und versandte Artikel, Conversion und Vergütung nach Linkart
Tagestrends
Damit beantwortest du: Wie entwickelt sich meine Performance über einzelne Tage?
Darauf schauen: Klicks, Bestellungen und Conversion im zeitlichen Verlauf
Conversion richtig verstehen

Was bedeutet die Conversion Rate im Amazon PartnerNet?

Die Conversion wird im Amazon-Glossar als Verhältnis von ausgelieferten Artikeln zu Klicks beschrieben. Sie zeigt dir also nicht einfach nur, wie viele Personen gekauft haben, sondern arbeitet mit Amazons Artikel- und Klickzahlen.

Vereinfachtes Beispiel nach Amazons Definition 18 ausgelieferte Artikel ÷ 200 Klicks = 9 % Conversion Wichtig: Die Kennzahl kann durch den betrachteten Zeitraum beeinflusst werden, weil Klick, Warenkorb, Bestellung und Auslieferung nicht zwingend am selben Tag stattfinden.
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Vergleiche Conversion nicht blind mit Google Analytics oder anderen Affiliate-Programmen

Unterschiedliche Systeme können Conversion unterschiedlich definieren. Nutze die Amazon-Zahl vor allem für Vergleiche innerhalb deines eigenen PartnerNet-Kontos: zum Beispiel Kanal A gegen Kanal B oder Zeitraum A gegen Zeitraum B.

Bestellbericht vs. Einnahmenbericht

Warum Bestellungen und Einnahmen nie exakt gleichzeitig entstehen

Bestellbericht = frühes Signal Hier siehst du Produkte, die nach deiner Empfehlung bestellt wurden. Das ist ideal, um schnell zu erkennen, welche Produktthemen und Empfehlungen Kaufinteresse erzeugen.
Einnahmenbericht = wirtschaftliches Ergebnis Hier stehen Produkte, die bestellt und anschließend ausgeliefert wurden. Rückgaben und Gutschriften wirken sich auf die endgültige Vergütung aus.

Deshalb solltest du nicht nur auf „Bestellte Artikel“ optimieren

Eine Empfehlung kann viele Bestellungen erzeugen und trotzdem weniger Einnahmen bringen als erwartet, wenn Artikel häufig storniert, nicht ausgeliefert oder zurückgegeben werden. Für Entscheidungen solltest du deshalb Bestellbericht und Einnahmenbericht gemeinsam betrachten.

Nicht zu früh nervös werden

Wann werden Amazon PartnerNet Reports aktualisiert?

stündlich Bestellte Artikel & Prämien Amazon aktualisiert diese Berichte stündlich.
meist ≤ 3 h Neue Bestellungen Die meisten Bestellungen erscheinen laut Amazon innerhalb von ungefähr drei Stunden.
bis Vortag Einnahmenbericht Der Einnahmenbericht ist grundsätzlich bis zum Vortag aktuell.

Zusätzlich kannst du im PartnerNet benutzerdefinierte Zeiträume auswählen. Amazon nennt aktuell Zeiträume von weniger als 90 Tagen für die direkte Anzeige im Reporting.

Ein häufiger Denkfehler

Warum du Bestellungen ohne Klicks sehen kannst

Ein Report zeigt immer nur Ereignisse innerhalb des ausgewählten Zeitraums. Der ursprüngliche Klick kann aber früher stattgefunden haben als die spätere Bestellung.

Bestellung heute, Klick war früher Ein Nutzer kann während der gültigen Einkaufssitzung einen Artikel in den Warenkorb legen und ihn später kaufen. Im heutigen Report erscheint dann eventuell die Bestellung, aber nicht mehr der frühere Klick.
Klick heute, Bestellung kommt später Umgekehrt kann heute bereits ein Klick sichtbar sein, während der Nutzer den Kauf erst später abschließt. Kurze Zeiträume können deshalb ein verzerrtes Bild erzeugen.

24-Stunden-Sitzung und Warenkorbregel ausführlich erklärt

Wenn Klicks und Bestellungen zeitlich nicht zusammenpassen, ist das oft eine Frage der Attribution und nicht automatisch ein Tracking-Fehler.

Tracking-ID-Zusammenfassung

So findest du heraus, welcher Kanal wirklich Geld bringt

Tracking-IDs sind für die Auswertung besonders wertvoll. Amazon ermöglicht dir, verschiedene Websites oder Marketingstrategien innerhalb eines Partnerkontos getrennt zu messen.

Viele Klicks, kaum Bestellungen
Mögliche Bedeutung Traffic ist wenig kaufnah, Produkt passt schlecht oder Linkplatzierung erzeugt Neugier statt Kaufabsicht.
Nächster Schritt Suchintention, Produkt-Fit und den Content vor dem Link prüfen.
Wenige Klicks, gute Conversion
Mögliche Bedeutung Der Traffic ist wertvoll, aber die Reichweite oder Sichtbarkeit der Empfehlung ist noch gering.
Nächster Schritt Mehr passenden Traffic auf diesen Inhalt bringen oder ähnliche Inhalte ausbauen.
Bestellungen gut, Einnahmen schwach
Mögliche Bedeutung Niedrige Produktpreise, andere Provisionskategorie, Stornos, Retouren oder noch nicht ausgelieferte Artikel.
Nächster Schritt Einnahmenbericht und Produktmix prüfen – nicht nur Bestellzahlen.
Ein Kanal deutlich stärker
Mögliche Bedeutung Diese Trafficquelle bringt nicht nur Klicks, sondern bessere kaufnahe Besucher.
Nächster Schritt Erfolgreiche Content- und Produktthemen auf diesem Kanal gezielt ausbauen.
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Praxis-Tipp: Nicht für jeden einzelnen Link eine Tracking-ID anlegen

Für die meisten Projekte ist eine saubere Struktur nach Kanal, Website oder wichtiger Strategie übersichtlicher. Amazon stellt pro Partnerkonto regulär bis zu 100 Tracking-IDs bereit.

Tracking-IDs genauer aufbauen?

Auf der Tracking-ID-Seite findest du die Abgrenzung zur Store-ID, sinnvolle Namenslogik und Beispiele für Website, Pinterest und YouTube.

Bestellbericht richtig nutzen

Was dir „Artikel mit Bestellungen“ und „Artikel ohne Bestellungen“ verraten

Der Bestellbericht kombiniert Produkt- und Klickinformationen. Amazon trennt dort unter anderem Produkte, die bestellt wurden, von Produkten, die über einen direkten Produktlink aufgerufen, aber im gewählten Zeitraum nicht bestellt wurden.

Artikel mit Bestellungen Hier erkennst du, welche Produkte tatsächlich gekauft wurden und wie viele Direktlink-Klicks ein bestellter Artikel erhalten hat. Das hilft dir, erfolgreiche Produktthemen zu erkennen.
Artikel ohne Bestellungen Hier findest du Produkte, die über direkte Produktlinks angesehen, aber im gewählten Zeitraum nicht bestellt wurden. Das kann auf schwachen Produkt-Fit, geringe Kaufabsicht oder einfach auf zu wenig Daten hindeuten.
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„Andere Klicks“ sind nicht automatisch verlorene oder fehlerhafte Klicks

Amazon fasst dort Klicks aus anderen Linkarten zusammen – beispielsweise Links zu Startseiten, Suchergebnissen oder Kategorieseiten. Für die genauere Einordnung gibt es die Linkauswertung.

Praxis statt Zahlenfriedhof

So wertest du deine PartnerNet-Daten sinnvoll aus

Auch externe Affiliate-Praxisquellen empfehlen, nicht nur auf die Gesamteinnahmen zu schauen, sondern Tracking-IDs, Bestseller, Conversion und erfolgreiche Seiten bzw. Strategien miteinander zu vergleichen. Der entscheidende Punkt: Du willst aus den Zahlen eine konkrete nächste Aktion ableiten.

01
Gesamttrend prüfen Klicks, Bestellungen, ausgelieferte Artikel und Einnahmen über einen ausreichend langen Zeitraum ansehen.
02
Tracking-IDs vergleichen Welche Website, welcher Kanal oder welche Strategie liefert die wertvollsten Besucher?
03
Produkte prüfen Welche Artikel werden bestellt – und welche erhalten Klicks, aber kaum Bestellungen?
04
Eine Änderung ableiten Zum Beispiel Produkt austauschen, kaufnahen Content ausbauen oder einen erfolgreichen Kanal stärker priorisieren.

Amazon-Daten + eigene Website-Daten zusammen denken

Amazon zeigt dir, was nach dem Klick innerhalb seines Systems passiert. Deine eigene Webanalyse zeigt dir dagegen, welcher Artikel, welche Suchanfrage oder welche interne Nutzerführung den Besucher überhaupt bis zum Affiliate-Link gebracht hat. Zusammen werden die Daten wesentlich aussagekräftiger.

Daten herunterladen

Wann lohnt sich der Export der Amazon PartnerNet Reports?

Für einen schnellen Check reicht das Dashboard. Sobald du aber mehrere Tracking-IDs, viele Produkte oder längere Zeiträume vergleichen willst, ist der Download der Berichte sinnvoll. Amazon bietet selbst zusammenstellbare Berichte zum Herunterladen an.

Im Dashboard bleiben Gut für tägliche Kontrolle, einzelne Tracking-IDs, aktuelle Bestellungen und schnelle Trendchecks.
Daten exportieren Gut für Monatsvergleiche, eigene Tabellen, Pivot-Auswertungen, Kanalvergleiche und langfristige Dokumentation.
Nächster Schritt

Die Reports kannst du jetzt lesen – als Nächstes geht es um Steuern und saubere Buchhaltung

Amazon PartnerNet Steuern & Einnahmen

Wie du PartnerNet-Einnahmen steuerlich einordnest, welche Unterlagen wichtig sind und welche Besonderheiten bei Amazon Europe zu beachten sind.

Steuern & Einnahmen

Mit Amazon PartnerNet Geld verdienen

Nutze Klicks, Conversion und Bestelldaten nicht nur zur Kontrolle, sondern um Content, Produktauswahl und Traffic gezielt zu optimieren.

Einnahmen optimieren

Du willst dein Amazon PartnerNet sauber von Anfang an aufbauen?

Im kostenlosen Amazon-PartnerNet-Starter-Guide findest du Anmeldung, erste Affiliate-Links, Plattformen und typische Anfängerfehler kompakt zusammengefasst.

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FAQ

Häufige Fragen zu Amazon PartnerNet Reports

Welche Amazon PartnerNet Reports gibt es?

Amazon nennt unter anderem Einnahmen, Bestellungen, Tracking-ID-Zusammenfassung, Linkauswertung und Tagestrends. Jeder Report beantwortet eine andere Frage zur Performance.

Wie schnell erscheinen Bestellungen im PartnerNet?

Die Berichte für bestellte Artikel werden stündlich aktualisiert. Laut Amazon werden die meisten Bestellungen innerhalb von ungefähr drei Stunden gemeldet.

Warum sind bestellte und versandte Artikel unterschiedlich?

Nicht jede Bestellung wird ausgeliefert. Kunden können stornieren oder Artikel können nicht mehr verfügbar sein. Amazon vergütet qualifizierte Verkäufe erst auf Basis versandter bzw. ausgelieferter Artikel.

Was bedeutet Conversion im Amazon PartnerNet?

Amazon definiert die Conversion im Glossar als Anzahl ausgelieferter Artikel geteilt durch die Anzahl der Klicks, ausgedrückt in Prozent. Der betrachtete Zeitraum kann die Kennzahl beeinflussen.

Warum sehe ich Bestellungen, aber keine Klicks?

Der Klick kann in einem früheren Zeitraum stattgefunden haben. Durch die Warenkorbregel kann eine spätere Bestellung in deinem aktuellen Zeitraum auftauchen, obwohl der ursprüngliche Klick dort nicht mehr enthalten ist.

Was bedeutet „Andere Klicks“?

Amazon fasst dort Klicks aus anderen Linktypen zusammen, beispielsweise Links zur Amazon-Startseite, zu Suchergebnissen oder Kategorieseiten. Die Linkauswertung hilft bei der genaueren Einordnung.

Wie vergleiche ich Pinterest, YouTube und meine Website?

Nutze separate Tracking-IDs für die wichtigen Kanäle und vergleiche nicht nur Klicks, sondern auch Bestellungen, ausgelieferte Artikel, Conversion und Einnahmen.

Wie weit kann ich den Zeitraum im Report einstellen?

Amazon nennt aktuell für die direkte benutzerdefinierte Anzeige einen Zeitraum von weniger als 90 Tagen. Zusätzlich gibt es voreingestellte Zeiträume und Downloadmöglichkeiten für Berichte.

Soll ich meine Amazon-Daten zusätzlich mit Google Analytics vergleichen?

Ja, das ist für die Praxis sinnvoll. Amazon zeigt dir die Vorgänge nach dem Übergang zu Amazon. Deine eigene Webanalyse hilft dir zu verstehen, welche Seiten und Besucher zuvor den Affiliate-Klick erzeugt haben.