Amazon Ads · Schritt 7 · Automatisch oder manuell

Amazon Ads automatisch oder manuell? So verstehst du den Unterschied und startest die passende Kampagne

Wenn du gerade mit Amazon Ads anfängst, klingt „automatisch oder manuell“ komplizierter, als es ist. Bei einer automatischen Kampagne sucht Amazon selbst aus, bei welchen Suchanfragen und Produkten deine Anzeige erscheinen kann. Du musst die Suchbegriffe also nicht vorher selbst festlegen.

Bei einer manuellen Kampagne wählst du selbst aus, welche Suchbegriffe oder Produkte du bewerben möchtest. Wenn du noch nicht weißt, wonach Käufer tatsächlich suchen, kann Automatisch beim Finden neuer Begriffe helfen. Wenn du bereits gute Keywords oder passende Konkurrenzprodukte kennst, kannst du diese manuell gezielt bewerben. Häufig werden beide Kampagnentypen parallel genutzt.

Von Luisa Luer – SEA-Expertin seit 2014

Zuerst den Unterschied verstehen

Was bedeutet automatisch und was bedeutet manuell? Es geht darum, wer die Werbeziele auswählt

Bei Sponsored Products musst du festlegen, wofür deine Anzeige ausgespielt werden soll. Amazon nennt diese Auswahl „Targeting“. Ein Target kann zum Beispiel ein Suchbegriff wie „yogamatte rutschfest“ oder ein bestimmtes Konkurrenzprodukt sein. Bei Automatisch übernimmt Amazon diese Auswahl zunächst für dich. Bei Manuell legst du selbst fest, welche Suchbegriffe oder Produkte du bewerben möchtest.

Wichtig: „automatisch oder manuell“ meint hier das Targeting

Es geht an dieser Stelle nicht darum, ob Amazon dein Gebot automatisch erhöht oder senkt. Diese Gebotsstrategien sind ein eigenes Thema. Hier entscheidest du nur: Sucht Amazon mögliche Suchbegriffe und Produktseiten für dich aus – oder wählst du sie selbst?

Automatische Kampagne

Amazon sucht mögliche Suchbegriffe und Produkte für dich aus

Du gibst Amazon dein Produkt vor. Amazon prüft dann selbst, bei welchen Suchanfragen und auf welchen passenden Produktseiten deine Anzeige erscheinen könnte. Du musst am Anfang also keine eigene Keyword-Liste hinterlegen.

  • gut, wenn du noch nicht genau weißt, wonach Käufer suchen
  • hilft dir, echte Suchbegriffe aus Kundenanfragen zu entdecken
  • kann auch passende andere Produkte und Produktseiten finden
  • die gefundenen Begriffe musst du später trotzdem auswerten
Manuelle Kampagne

Du wählst die Suchbegriffe oder Produkte selbst aus

Du sagst Amazon zum Beispiel: „Meine Anzeige soll für das Keyword yogamatte rutschfest ausgespielt werden“ oder „Ich möchte bei diesem konkreten Konkurrenzprodukt werben“. Dadurch bestimmst du viel genauer, wofür dein Werbebudget eingesetzt werden soll.

  • gut, wenn du bereits passende Keywords kennst
  • gut für Suchbegriffe, die in Auto bereits Verkäufe gebracht haben
  • du kannst bestimmte Konkurrenzprodukte gezielt auswählen
  • du steuerst einzelne Keywords und Produkte genauer
Du musst dich nicht dauerhaft für nur eine Variante entscheiden

Ein einfaches Beispiel: Deine automatische Kampagne findet den Suchbegriff „yogamatte rutschfest“ und darüber entstehen Verkäufe. Diesen Begriff kannst du anschließend zusätzlich in einer manuellen Kampagne selbst hinterlegen und gezielter steuern. Die automatische Kampagne kann parallel weiter nach neuen Suchbegriffen suchen.

Für Anfänger: einmal konkret

Du bist in der Amazon-Ads-Konsole: So startest du deine erste Kampagne ohne Rätselraten

Die Oberfläche kann sich verändern, die Grundlogik bleibt aber gleich: Du wählst das Produkt aus, das du bewerben möchtest. Danach fragt Amazon, wie die passenden Werbeziele ausgewählt werden sollen. Wählst du „automatisch“, sucht Amazon mögliche Suchbegriffe und Produkte für dich. Wählst du „manuell“, musst du diese selbst angeben. Danach legst du unter anderem Gebot und Tagesbudget fest.

Der Klickweg in der Werbekonsole

Amazon beschreibt den Einstieg aktuell in diesen Schritten. Bezeichnungen können je nach Konto oder aktualisierter Oberfläche leicht abweichen.

01
„Kampagne erstellen“ öffnen Wähle als Kampagnentyp „Sponsored Products“.
02
Produkt auswählen Wähle die ASIN beziehungsweise das berechtigte Produkt, das beworben werden soll.
03
Automatisch oder manuell wählen Automatisch = Amazon sucht mögliche Suchbegriffe und Produktseiten. Manuell = du gibst die Suchbegriffe oder Produkte selbst vor.
04
Gebot festlegen Lege fest, wie viel dir ein Klick maximal wert sein soll. Ändere später nicht mehrere große Stellschrauben gleichzeitig.
05
Budget, Name und Laufzeit festlegen Nutze einen Kampagnennamen, aus dem Produkt, Targeting-Typ und Zweck später noch erkennbar sind.
06
Kampagne starten und dokumentieren Notiere Startdatum, Ausgangsgebot und Ziel. So weißt du später, welche Änderung welches Ergebnis beeinflusst haben könnte.
Du willst die komplette Kampagnenstruktur direkt danebenliegen haben?

Im Amazon Ads Praxisleitfaden zeige ich Research- und Performance-Kampagnen, Suchbegriffauswertung, manuelle Gebotssteuerung, ACoS, Break-even und die laufende Optimierung Schritt für Schritt.

Praxisleitfaden ansehen
Automatische Kampagne einfach erklärt

Automatisch bedeutet: Amazon sucht mögliche Suchanfragen und Produktseiten für deine Anzeige

Du hinterlegst bei dieser Kampagnenart nicht selbst eine Liste mit Keywords. Amazon versucht anhand deines Produkts und deiner Produktdetailseite herauszufinden, welche Suchanfragen und Produkte passen könnten. Die automatische Ausspielung wird dabei in vier Gruppen unterteilt. Diese Begriffe klingen technisch, beschreiben aber nur, wie nah die gefundene Suchanfrage oder das gefundene Produkt an deinem Angebot liegt.

01

Enge Übereinstimmung · Close Match

Amazon zeigt deine Anzeige bei Suchanfragen, die deinem Produkt sehr ähnlich sind. Verkaufst du zum Beispiel eine rutschfeste Yogamatte, könnte Amazon Suchanfragen testen, die genau in diese Richtung gehen.

02

Entfernte Übereinstimmung · Loose Match

Amazon testet auch weiter gefasste oder verwandte Suchanfragen. Das kann neue Ideen liefern, aber auch mehr unpassende Klicks erzeugen. Deshalb solltest du die tatsächlichen Suchbegriffe später kontrollieren.

03

Ersatzprodukte · Substitutes

Amazon kann deine Anzeige bei Produkten zeigen, die Käufer als Alternative zu deinem Produkt ansehen könnten – zum Beispiel bei einer ähnlichen Yogamatte eines anderen Anbieters.

04

Ergänzende Produkte · Complements

Amazon kann deine Anzeige bei Produkten zeigen, die zu deinem Angebot passen könnten. Bei einer Yogamatte könnte das zum Beispiel Zubehör rund um Yoga oder Training sein.

Automatisch heißt nicht: einschalten und nie wieder ansehen

Amazon übernimmt zwar die Auswahl möglicher Suchanfragen und Produkte. Du musst aber anschließend prüfen, wofür dein Geld tatsächlich ausgegeben wurde. Die vier Gruppen lassen sich getrennt auswerten und unterschiedlich bieten.

Manuelle Kampagne einfach erklärt

Manuell bedeutet: Du sagst Amazon selbst, für welche Suchbegriffe oder Produkte du werben willst

Bei einer manuellen Kampagne übernimmt Amazon die Auswahl nicht für dich. Du gibst die Werbeziele selbst vor. Dafür gibt es zwei einfache Möglichkeiten: Du wählst Suchbegriffe, nach denen Käufer suchen könnten, oder du wählst konkrete Produkte beziehungsweise Produktgruppen, in deren Umfeld deine Anzeige erscheinen soll.

1 · Du wählst Suchbegriffe selbst

Beispiel: Du verkaufst eine Yogamatte und hinterlegst selbst „yogamatte rutschfest“. Danach bestimmst du über Broad, Phrase oder Exact, wie genau die Suchanfrage des Käufers zu deinem hinterlegten Begriff passen soll.

  • Broad = Amazon darf weiter passende Varianten einbeziehen
  • Phrase = die Wortgruppe wird stärker eingegrenzt
  • Exact = die Ausspielung wird am genauesten gesteuert

2 · Du wählst Produkte selbst

Statt eines Suchbegriffs kannst du auch ein konkretes anderes Produkt oder eine Produktgruppe auswählen. Deine Anzeige kann dann im Umfeld dieser Produkte erscheinen.

  • bestimmte Konkurrenzprodukte gezielt auswählen
  • passende Produktkategorien auswählen
  • bestimmte Marken oder Produktmerkmale eingrenzen
Manuell bedeutet mehr Kontrolle – aber nicht automatisch mehr Gewinn

Du wählst die Suchbegriffe selbst aus. Das macht die Kampagne leichter steuerbar, aber ein schlecht gewähltes Keyword kann trotzdem Geld kosten. Deshalb musst du auch manuelle Kampagnen anhand von Klicks, Verkäufen, Kosten und ACoS auswerten.

Beide zusammen nutzen

Amazon findet neue Suchbegriffe – du übernimmst gute Ergebnisse später selbst

Eine automatische Kampagne kann dir zeigen, wonach echte Käufer suchen. Findest du darin einen relevanten Suchbegriff, der Verkäufe bringt und zu deiner Wirtschaftlichkeit passt, kannst du ihn zusätzlich in einer manuellen Kampagne selbst hinterlegen. So nutzt du Automatisch zum Finden neuer Möglichkeiten und Manuell für Begriffe, die du gezielter steuern möchtest.

Aufgabe Automatisch Manuell Was du daraus ableitest
Neue Suchbegriffe finden sehr gut für Discovery Broad/Phrase können ebenfalls neue Varianten liefern Suchbegriffbericht regelmäßig prüfen
Bestätigte Gewinner steuern nur begrenzt auf Suchbegriff-Ebene gezielte Keyword- oder ASIN-Steuerung Gewinner in passende manuelle Struktur übernehmen
Neue Produktumfelder entdecken Substitutes und Complements können Daten liefern Product-Targeting gezielt aufbauen konvertierende ASINs separat testen
Gebote differenzieren nach Auto-Targeting-Gruppe bis auf Keyword-/Target-Ebene manuell granularer steuerbar
Neue Trends auffangen kann laufend neue Suchmuster entdecken muss bewusst erweitert werden Auto muss nach Start von Manuell nicht verschwinden
Vom Suchbegriff zum Target

Auto findet einen Käufer: So übernimmst du den echten Suchbegriff in Manuell

Der entscheidende Datensatz ist nicht nur das hinterlegte Keyword oder die Auto-Gruppe. Im Suchbegriffbericht siehst du, welche tatsächliche Einkaufsanfrage oder ASIN den Klick und gegebenenfalls den Verkauf ausgelöst hat.

01
Auto laufen lassen

Amazon sammelt reale Such- und Produktdaten.

02
Suchbegriffe prüfen

Nicht nur Klicks ansehen, sondern Bestellungen, Umsatz und Kosten.

03
Gewinner bestätigen

Relevante Suchbegriffe mit ausreichend belastbaren Daten auswählen.

04
Manuell übernehmen

Als Keyword oder ASIN in eine kontrollierbare Struktur übertragen.

05
Gezielt weitersteuern

Gebote und Match Types separat beobachten und optimieren.

Suchbegriff ≠ hinterlegtes Keyword

Das Keyword ist dein Target. Der Suchbegriff ist die tatsächliche Eingabe des Käufers. Gerade bei Auto, Broad und Phrase können sich beide deutlich unterscheiden. Deshalb ist der Suchbegriffbericht später eine der wichtigsten Grundlagen für Optimierungsentscheidungen.

Neuere Amazon-Funktion: Leistungsstarke Targets direkt aus Auto in Manuell übernehmen

Amazon bietet in der Werbekonsole inzwischen „verfeinertes Targeting“ für Sponsored Products an. Damit kannst du leistungsstarke Targets aus Kampagnen mit automatischem Targeting direkt in eine separate manuelle Kampagne übernehmen, statt sie ausschließlich über einen exportierten Suchbegriffbericht manuell nachzubauen. Die Funktion ist auch in Deutschland verfügbar und steht laut Amazon unter anderem Sellern, Vendoren, Agenturen und Autoren zur Verfügung. Prüfe vor der Übernahme trotzdem Verkäufe, Kosten und Wirtschaftlichkeit – die Funktion automatisiert den Transfer, nicht deine Entscheidung darüber, ob ein Target wirklich zu deinem Ziel passt.

Zahlenbeispiel

Auto findet einen Suchbegriff mit Verkäufen: Wann lohnt sich die Übernahme in Manuell?

Ein Verkauf allein macht einen Suchbegriff noch nicht automatisch zum Gewinner. Du brauchst mindestens den Zusammenhang aus Relevanz, Klickkosten, Bestellungen, Umsatz und deiner eigenen wirtschaftlichen Grenze.

Beispiel: „yogamatte rutschfest“

12 Klicks
0,65 € durchschnittlicher CPC
7,80 € Werbekosten
2 Bestellungen
29,90 € Verkaufspreis je Produkt
59,80 € zugeordneter Werbeumsatz

Was würdest du jetzt prüfen?

In diesem Beispiel liegt der ACoS bei rund 13 %. Wenn dein Ziel-ACoS beispielsweise 25 % beträgt und der Suchbegriff inhaltlich exakt zu deinem Produkt passt, wäre er ein guter Kandidat für einen gezielten manuellen Test.

Wichtig: Die Zahlen sind nur ein Rechenbeispiel und keine allgemeine Übernahmeregel. Bei einem anderen Produkt können Marge, Retouren, Verkaufspreis, Conversion oder dein Ziel-ACoS zu einer anderen Entscheidung führen.

Übernimmst du den Suchbegriff manuell, dokumentierst du Startgebot und Datum. Danach vergleichst du, ob der Begriff unter der neuen Steuerung weiterhin wirtschaftlich arbeitet – statt ihn nur deshalb höher zu bieten, weil er in Auto bereits verkauft hat.

Vor dem Start wissen

Auto gestartet und später auf Manuell umstellen? Das geht nicht innerhalb derselben Kampagne

Amazon weist ausdrücklich darauf hin: Die Targeting-Strategie wird bei der Kampagnenerstellung gewählt. Sobald die Kampagne live ist, kannst du automatisches Targeting nicht einfach in manuelles Targeting umwandeln – oder umgekehrt.

Auto bleibt Auto

Die bestehende Kampagne kann weiterlaufen und Daten sammeln.

Manuell neu anlegen

Für gezielte Keywords oder Produkte erstellst du eine neue manuelle Kampagne.

Beide getrennt auswerten

So bleiben Discovery und kontrollierte Weiterführung nachvollziehbar getrennt.

Daten lesen

Auto oder Manuell läuft schlecht? Diese Signale zeigen dir, wo du suchen solltest

Einzelne Kennzahlen beweisen selten allein die Ursache. Die Kombination aus Impressionen, Klickrate, Conversion, CPC und ACoS hilft dir aber, mögliche Probleme einzugrenzen.

Viele Impressionen
kaum Klicks

Targeting oder Suchergebnis-Auftritt prüfen

Die Anzeige wird gesehen, aber wenig angeklickt. Prüfe Relevanz des Suchbegriffs, Main Image, Preis, Bewertungen und Konkurrenz in den Suchergebnissen.

Gute CTR
schwache Conversion

Listing und Angebot stärker prüfen

Der Klick zeigt Interesse, aber der Kauf bleibt aus. Das kann auf Preis, Produktdetailseite, Bewertungen, Lieferangebot oder eine falsche Erwartung zwischen Suchanfrage und Produkt hindeuten.

Verkäufe
ACoS zu hoch

Wirtschaftlichkeit statt nur Conversion bewerten

Ein Keyword kann Verkäufe erzeugen und trotzdem zu teuer sein. Jetzt werden CPC, Gebot, Conversion, Verkaufspreis und dein Ziel-ACoS wichtig.

Kaum
Impressionen

Gebot, Relevanz und Reichweite prüfen

Bei manuellen Exact-Targets kann die Reichweite schlicht klein sein. Bei Auto können Listing-Relevanz, Gebote oder Produktberechtigung die Auslieferung begrenzen.

Die ersten 14 Tage

Kampagne gestartet: Was du jetzt beobachten solltest – ohne jeden Tag alles umzubauen

Amazon nennt ungefähr zwei Wochen als möglichen Zeitraum, bevor Einsteiger aus einer Auto-Kampagne eine manuelle Kampagne ergänzen. Das ist kein magischer Zeitpunkt. Entscheidend ist, ob deine Kampagne überhaupt genügend Daten gesammelt hat. Nutze die 14 Tage deshalb als Arbeitsrahmen, nicht als starre Optimierungsregel.

Tag 0

Setup dokumentieren

Kampagnenname, Produkt, Targeting-Art, Startgebot, Gebotsstrategie und Tagesbudget notieren. Ohne Ausgangspunkt kannst du spätere Veränderungen kaum sauber bewerten.

Tag 1–3

Erst prüfen, ob überhaupt ausgeliefert wird

Kommen Impressionen und Klicks? Wenn fast nichts passiert, prüfe Produktberechtigung, Relevanz, Gebot und Reichweite. Noch nicht aus Nervosität fünf Einstellungen gleichzeitig verändern.

Tag 4–7

Suchbegriffe und erste Kosten ansehen

Welche realen Suchanfragen und ASINs erzeugen Klicks? Klar irrelevante Treffer markieren. Bei relevanten Targets nicht nach wenigen Klicks vorschnell urteilen.

ca. Tag 8–14

Gewinner, Verlierer und offene Tests trennen

Verkäufe, CPC, Conversion und ACoS gemeinsam ansehen. Bestätigte Gewinner können in Manuell überführt werden. Schwache Targets werden nicht pauschal nach Kalenderdatum gestoppt, sondern nach Daten und Wirtschaftlichkeit bewertet.

Wenig Klicks nach 14 Tagen? Dann hast du nicht automatisch „genug Daten“

Ein Keyword mit drei Klicks ist nach zwei Wochen nicht plötzlich belastbarer als nach drei Tagen. Zeit ist nur ein Rahmen. Entscheidend ist, wie viele relevante Impressionen, Klicks, Bestellungen und Kosten tatsächlich zusammengekommen sind.

Negatives & Datenmenge

Verlierer ausschließen – aber Neue Suchbegriffe nicht nach wenigen Klicks vorschnell ausschließen

Negatives Targeting kann sowohl in automatischen als auch in manuellen Kampagnen eingesetzt werden. Entscheidend ist, nicht jeden Suchbegriff nach zwei oder drei Klicks vorschnell auszuschließen.

Klar irrelevant?

Ein Suchbegriff, der erkennbar nicht zu deinem Produkt passt, kann unabhängig von einer pauschalen Klickzahl früh ein Kandidat für einen Ausschluss sein.

Relevant, aber noch ohne Verkauf?

Hier solltest du stärker auf Kosten, Klickzahl, Conversion-Erwartung und Datenmenge schauen, statt automatisch nach wenigen Klicks zu pausieren.

Amazon-Empfehlung

Amazon empfiehlt, vor einem negativen Ausschluss die Performance nach mindestens 20 Klicks zu bewerten und negative Targets anschließend mindestens zwei Wochen laufen zu lassen, bevor die Strategie wieder geändert wird.

Seller-Erfahrungen

Was Verkäufer tatsächlich unterschiedlich machen – und warum es nicht nur eine Startstrategie gibt

Amazon beschreibt Auto als starken Einstieg und Discovery-Quelle. In Seller-Communities findest du aber bewusst unterschiedliche Strategien. Genau das ist wertvoll: Die Ausgangslage deines Produkts entscheidet.

AmazonFBA · 2025

Auto für Discovery – aber nicht blind darauf verlassen

In einer Diskussion zum Kampagnenstart berichteten Verkäufer von zwei Ansätzen: Auto zunächst zur Keyword-Entdeckung nutzen oder bei bereits guter Keyword-Recherche direkt mit sehr relevanten manuellen Targets starten. Ein Teilnehmer beschrieb Auto → Manuell nach etwa ein bis zwei Wochen als seinen üblichen Ablauf.

AmazonFBA · 2025

Auto kann je nach Produkt unnötig breit werden

Ein Seller wies darauf hin, dass Auto-Kampagnen bei manchen Produkten irrelevante Suchbegriffe ziehen können. Daraus folgt nicht „Auto ist schlecht“, sondern: Suchbegriffe kontrollieren und nicht voraussetzen, dass Amazons Zuordnung automatisch profitabel ist.

AmazonFBA · 2026

Conversion zuerst betrachten, nicht nur Klickmenge

In einer aktuellen Diskussion zum Suchbegriffbericht empfahl ein Seller, zuerst auf Conversions zu schauen. Hohe CTR bei schwacher Conversion könne eher auf die Produktseite oder das Angebot hinweisen, während eine schwache CTR eher einen Blick auf Targeting und Suchergebnis-Auftritt nahelegt.

Seller-Erfahrungen sind Hypothesen, keine Grenzwerte

Aussagen wie „nach drei Bestellungen immer zu Exact verschieben“ oder „nach 20 Euro ohne Verkauf sofort negativ setzen“ können bei einzelnen Sellern funktionieren, sind aber keine allgemeingültigen Regeln. Dein Produktpreis, CPC, Marge, Conversion und Ziel-ACoS entscheiden darüber, wann Daten ausreichend belastbar sind.

KDP & Bücher

Auto oder Manuell bei KDP: Auch Bücher können beide Wege nutzen

Amazon beschreibt für Autoren ebenfalls automatisches und manuelles Targeting. Bei Manuell kannst du auf Keywords oder konkrete Bücher beziehungsweise Genres ausrichten.

Auto kann Leser-Suchmuster entdecken

Gerade wenn noch wenig Anzeigenhistorie vorhanden ist, kann Amazon über automatische Zuordnung Hinweise darauf liefern, über welche Suchanfragen oder ähnlichen Bücher dein Titel gefunden wird.

Das ersetzt aber nicht die eigene Prüfung: Ein Begriff kann Klicks bringen und für ein Buch trotzdem wirtschaftlich zu teuer sein.

Praxisablauf

Auto und Manuell zusammen nutzen: Ein sauberer Ablauf für neue Produkte

Dieser Ablauf trennt Discovery von gezielter Steuerung. Die Zeitabstände sind keine starre Formel – entscheidend ist, dass ausreichend Daten für deine wirtschaftliche Entscheidung vorhanden sind.

01

Keyword- und Produktbasis vorher vorbereiten

Listing, Amazon SEO und Keyword-Recherche sollten nicht erst durch PPC ersetzt werden. Wer bereits relevante Keywords kennt, kann sie parallel manuell testen.

02

Automatische Kampagne zum Finden neuer Suchbegriffe starten

Close, Loose, Substitutes und Complements bewusst beobachten und nicht als einen einzigen Datenblock behandeln.

03

Manuelle Kernkeywords parallel oder anschließend testen

Sehr relevante Keywords musst du nicht erst zufällig in Auto entdecken, wenn deine Recherche sie bereits klar bestätigt.

04

Suchbegriffbericht auswerten

Prüfe reale Suchanfragen und ASINs nach Klicks, Verkäufen, Kosten und Wirtschaftlichkeit.

05

Gewinner gezielt übernehmen

Bestätigte Suchbegriffe oder ASINs in eine manuelle Struktur übertragen und dort bewusster weitersteuern.

06

Automatische Kampagne weiter nach neuen Suchbegriffen suchen lassen

Neue Suchtrends können auch später entstehen. Auto muss deshalb nicht verschwinden, nur weil manuelle Kampagnen existieren.

Anfängerfehler vermeiden

Auto und Manuell eingerichtet? Diese Fehler machen deine Daten unnötig schwer auswertbar

Gerade am Anfang entsteht schlechte PPC-Steuerung oft nicht durch einen einzelnen „falschen“ Wert, sondern dadurch, dass zu viele Dinge gleichzeitig geändert oder Daten falsch interpretiert werden.

1 · Auto einfach wochenlang laufen lassen

Neue Suchbegriffe zu finden ist nur hilfreich, wenn du den Suchbegriffbericht anschließend auch auswertest. Sonst bezahlst du für Daten, die du anschließend nicht nutzt.

2 · Nur Keywords anschauen

Bei Auto, Broad und Phrase entscheidet der echte Suchbegriff darüber, wonach der Käufer tatsächlich gesucht hat.

3 · Nach wenigen Klicks alles pausieren

Einzelne Klicks reichen bei relevanten Suchbegriffen häufig noch nicht für eine belastbare Bewertung. Kosten und Datenmenge müssen zusammen betrachtet werden.

4 · Gebot, Budget und Targeting gleichzeitig ändern

Wenn du mehrere große Variablen gleichzeitig veränderst, weißt du später kaum noch, welche Änderung tatsächlich etwas bewirkt hat.

5 · Manuell mit einer ungeprüften Keyword-Masse starten

Mehr Keywords bedeuten nicht automatisch mehr gute Daten. Starte mit relevanten Begriffen und erweitere strukturiert.

6 · Ein schwaches Listing mit mehr CPC retten wollen

Wenn Klicks kommen, aber niemand kauft, kann die Ursache auf der Produktdetailseite liegen. Höhere Gebote beheben keine schlechte Conversion.

Nächster Schritt

Manuelles Keyword-Targeting gewählt? Dann musst du Broad, Phrase und Exact unterscheiden

Die nächste Supporting Page geht genau in diese Entscheidung: Wie weit darf eine Kundenanfrage von deinem Keyword abweichen – und wann brauchst du Reichweite oder stärkere Kontrolle?

08 · Broad, Phrase & Exact

Match Types verstehen und sinnvoll für Discovery und Performance einsetzen.

09 · Product Targeting

ASINs, Kategorien und Produktumfelder gezielt bewerben.

10 · Negative Keywords

Streuverluste begrenzen, ohne relevante Discovery zu früh abzuschneiden.

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Research vs. Performance Neue Suchbegriffe finden und bestätigte Gewinner getrennt steuern.
Suchbegriffe übertragen Aus Auto, Broad und Phrase konkrete Targets gewinnen.
Manuelle Gebote Gebote bewusst erhöhen, senken oder unverändert lassen.
Tracking-Vorlage Änderungen und Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren.
ACoS & Break-even Verkäufe von tatsächlicher Wirtschaftlichkeit unterscheiden.
Seller + KDP Besonderheiten beider Geschäftsmodelle berücksichtigt.
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Der Lernweg führt dich von Keyword-Recherche, Amazon SEO, Listing-Optimierung und Helium 10 bis zu Amazon Ads, Targeting, Geboten, Kennzahlen, Optimierung und Skalierung. Die aktuelle Seite ist gelb markiert.

01 Fundament: Keywords, SEO, Listing & Recherche
02 Amazon Ads starten: Grundlagen, Anzeigenformate & Targeting
03 Kampagnen steuern: Struktur, Gebote & Placements
04 Wirtschaftlichkeit, Auswertung & Optimierung
05 Wachstum: Amazon Ads skalieren

Stabile Gewinner kannst du anschließend kontrolliert ausbauen, ohne Wirtschaftlichkeit und Überblick zu verlieren.

Der bezahlte Lernweg beginnt mit den Amazon-Ads-Grundlagen und Sponsored Products. Auf dieser Seite lernst du, wie Auto und Manuell zusammenspielen. Danach geht es mit Match Types, Product Targeting und negativen Keywords weiter.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu automatischen und manuellen Amazon-Ads-Kampagnen

Was bedeutet eine automatische Amazon-Ads-Kampagne?

Bei einer automatischen Sponsored-Products-Kampagne sucht Amazon selbst aus, bei welchen Suchanfragen und passenden Produkten deine Anzeige erscheinen kann. Du musst am Anfang keine eigene Keyword-Liste hinterlegen.

Was bedeutet eine manuelle Amazon-Ads-Kampagne?

Bei einer manuellen Kampagne wählst du die Suchbegriffe oder Produkte selbst aus, für die beziehungsweise bei denen deine Anzeige erscheinen soll. Dadurch kannst du bekannte Keywords und Produkte gezielter steuern.

Sind automatische oder manuelle Amazon Ads besser?

Keine Variante ist grundsätzlich besser. Automatisch hilft besonders beim Finden neuer Suchbegriffe und Produktseiten. Manuell eignet sich, wenn du bereits weißt, welche Keywords oder Produkte du gezielt bewerben möchtest. Beide Kampagnentypen können parallel eingesetzt werden.

Wie lange sollte eine automatische Kampagne laufen?

Amazon empfiehlt Einsteigern, eine automatische Sponsored-Products-Kampagne ungefähr zwei Wochen laufen zu lassen, bevor eine manuelle Kampagne ergänzt wird. Entscheidend ist aber, ob bereits genügend Daten für belastbare Entscheidungen vorhanden sind.

Kann ich eine automatische Kampagne später auf manuell umstellen?

Nein. Amazon weist darauf hin, dass sich die gewählte Targeting-Strategie nach dem Kampagnenstart nicht einfach ändern lässt. Für die andere Targeting-Art musst du eine neue Kampagne erstellen.

Sollte ich erfolgreiche Suchbegriffe aus Auto in eine manuelle Kampagne übernehmen?

Amazon empfiehlt, Insights aus dem Suchbegriffbericht automatischer Kampagnen für manuelle Kampagnen zu nutzen. Ein konvertierender und wirtschaftlich sinnvoller Suchbegriff kann dadurch gezielter als Keyword oder Target gesteuert werden.

Muss ich meine automatische Kampagne stoppen, sobald Manuell läuft?

Nein. Amazon beschreibt Auto ausdrücklich als mögliche Ergänzung zu aktiven manuellen Kampagnen. Auto kann weiterhin neue Suchtrends und Produkt-Targets entdecken.

Kann ich auch direkt mit einer manuellen Kampagne starten?

Ja. Wenn du bereits relevante Keywords oder konkrete Produkt-Targets recherchiert hast, kannst du diese direkt manuell testen. Automatische Kampagnen bleiben trotzdem eine zusätzliche Möglichkeit für Discovery.

Quellen & Seller-Erfahrungen

Offizielle Amazon-Informationen und Erfahrungen aus Seller-Communities

Amazon-Quellen liefern Funktionen und Plattformempfehlungen. Community-Beiträge zeigen zusätzliche Arbeitsweisen aus realen Accounts, sind aber keine allgemeingültigen Performance-Regeln.

Amazon kann Targeting-Optionen, Gebotslogik, Berichte, Kampagneneinstellungen und Werberichtlinien verändern. Prüfe vor Änderungen immer die aktuellen Einstellungen in deinem Amazon-Ads-Konto. Amazon-Empfehlungen wie Zeiträume oder Klickzahlen sind Plattformempfehlungen und keine Garantie für Profitabilität. Seller-Erfahrungen sind Einzelfälle und müssen mit deinen eigenen Daten geprüft werden.